17.10.2014
BT

Die Leistungen der Pflegeversicherung werden verbessert und zukunftsorientiert ausgestaltet

Der Deutsche Bundestag hat heute in 2./3. Lesung das Pflegestärkungsgesetz I beschlossen. Ab 01. Januar 2015 werden die Pflegeleistungen verbessert. Das bedeutet mehr Geld für Pflegebedürftige, ihre pflegenden Angehörigen, und für die Pflegekräfte. Darüber hinaus wird ein Teil des Beitrages in einen Vorsorgefonds einbezahlt. So sollen die Beiträge der Versicherten auch dann stabil bleiben, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in das typische Pflegealter kommen – also in etwa 20 Jahren. Erstmals wird innerhalb eines Sozialsystems für die Zukunft vorgesorgt.

„Gute Pflege hat ihren Preis“, betonte der Allgäuer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU). Deshalb steige der Beitrag zur Pflegeversicherung im kommenden Jahr um 0,3 Prozentpunkte. „Wichtig ist, dass diese Mehreinnahmen direkt bei denen ankommen, die unsere Unterstützung brauchen“, so Stracke, der zugleich gesundheitspolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag ist, weiter.

Das seien vor allem pflegende Angehörige und Demenzkranke, aber auch Pflegerinnen und Pfleger. Hier sei sichergestellt, dass sie künftig nach Tarif bezahlt werden können. Konkret werden alle Leistungen der Pflegeversicherung um 4% angehoben und somit wird ein Ausgleich für die Preisentwicklung der letzten Jahre geschaffen. Spezielle Leistungen für Demenzkranke werden eingeführt, da diese andere Bedürfnisse und Anforderungen haben. Zudem findet eine Flexibilisierung in der Tages-, Nacht-, Kurzzeit- und Verhinderungspflege statt. „Familien sind der Pflegedienst der Nation. Sie brauchen unsere besondere Unterstützung“, erklärte Stracke.

Vor dem Hintergrund einer älter werdenden Bevölkerung wird das Geld nicht ausschließlich in heutige Leistungsverbesserungen investiert, sondern dient auch zur Zukunftsvorsorge. „Aus diesem Grund führen wir 0,1 % der Beitragssatzerhöhungen und damit 1,2 Milliarden Euro jährlich in einen Vorsorgefonds an, der bei der Deutschen Bundesbank verwaltet wird. Dieser Fonds wird über mindestens 20 Jahre angespart, um dann, wenn die sogenannten Babyboomer-Jahrgänge ins Pflegealter kommen, künftige Beitragszahler zu entlasten. Damit sparen wir zum ersten Mal in einer Sozialversicherung Geld für die Zukunft an“, stellte Stracke abschließend heraus.

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