11.09.2014
WK

MdB Stracke spendet dem Frauenhaus Kaufbeuren-Ostallgäu Geschirr

Kaufbeuren/ Ostallgäu – Eigentlich steht bekanntlich im Frühjahr der Frühjahrsputz an: Doch dieser Tage durchstöberte der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke sowie sein Kaufbeurer Büroteam die eigenen Küchenschränke. Zusammen gekommen, ist dabei ein ganzer Kofferraum voll mit Tassen, Tellern, Töpfen und Gläsern. „Das Geschirr war aber zu gut erhalten, um es einfach wegzuwerfen“, so Stracke. Auf diese Weise entstand die spontane Idee, das Geschirr dem Frauenhaus Kaufbeuren-Ostallgäu zu spenden. „Es sind oftmals die vermeintlich kleinen Dinge, die Menschen in Notlagen fehlen. Mir ist es wichtig, dass ich den Frauen eine kleine Unterstützung bieten kann“, so der familienpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag. Gleichzeitig tauschte sich der Bundespolitiker mit Sabine Weißfuß, Leiterin des Frauenhauses, und Susanne Zoller, Mitglied der Kaufbeurer Kolpingsfamilie und Vorsitzende der Frauen Union Kaufbeuren, über eine neue Kooperation zwischen dem Frauenhaus und der Kolpingsfamilie aus.

„Die Frauen müssen meist fluchtartig ihr zu Hause mit ihren Kindern verlassen und haben oftmals nicht mehr als eine Handtasche dabei“, so Weißfuß. Die Frauen, die im Schnitt drei bis sechs Monate im Frauenhaus leben, kommen nicht nur aus Kaufbeuren oder dem Landkreis Ostallgäu. „Die Gefahr, dass sie von ihren gewalttätigen Partnern gefunden werden, wäre einfach zu groß“, erklärt die Leiterin des Frauenhauses. Die Frauen finden in dem Frauenhaus ein sicheres zu Hause auf Zeit“, erläutert Weißfuß. „Das Frauenhaus Kaufbeuren-Ostallgäu ist eine wichtige Einrichtung. Es bietet Frauen in Notlagen Schutz sowie Unterstützung. Neben den hauptamtlichen Mitarbeitern leisten auch zahlreiche Ehrenamtliche eine großartige, unschätzbare Arbeit. Sie sind im Notfall rund um die Uhr zu erreichen. Einfach klasse!“, streicht der familienpolitische Sprecher heraus.

Das Frauenhaus hilft den Frauen dabei, sich auf ein neues Leben außerhalb des Frauenhauses vorzubereiten. „Wir helfen den Frauen beim verarbeiten des Erlebten und dem finden von neuen Zukunftsperspektiven, sind bei der Suche einer Wohnung behilflich, bei allen nötigen Behördengängen,“ , so Weißfuß. Großes Problem sei jedoch, dass die Frauen keine Einrichtungsgegenstände haben. Theoretisch könnten die Frauen gegenüber ihrem ehemaligen Partner verlangen, den gemeinsamen Hausstand aufzuteilen. Aber dazu ist in der Praxis häufig eine Klage nötig und dies dauert sehr lange. „Es fehlt an den einfachsten Dingen wie Tellern, Gardinenstangen oder einem Toaster. Und erst recht ist kein Geld für Werkzeug vorhanden, um Küchenschränke aufzuhängen oder einen Nagel in die Wand zu schlagen“, berichtet Zoller. Gemeinsam mit der Leiterin des Frauenhauses sei der Kolpingsfamilie Kaufbeuren daher die Idee gekommen, eine Art Hausmeisterservice anzubieten. „Mitglieder der Kolpingsfamilie helfen daher ehrenamtlich, Schränke aufzubauen oder die Gardinenstange festzuschrauben“, erläutert Zoller. „Das ist gelebtes bürgerschaftliches Engagement. Nicht einfach nur reden, sondern anpacken“, streicht Stracke, der selbst Mitglied der Kolpingsfamilie ist, heraus.

Zudem sammelt das Frauenhaus Gegenstände des täglichen Gebrauchs für die Frauen. „Wir brauchen gut erhaltene Dinge oder neue Sachen wie Teller, Tassen, Gardinenstangen, Reisebetten oder neue Toaster“, so Weißfuß. Zoller, die die Leiterin bei der dauerhaften Sammelaktion tatkräftig unterstützt, hebt jedoch hervor: „Die Leute sollen aber nicht wahllos spenden, sondern sich wirklich fragen, ob junge Frauen und Mütter, diese Dinge in ihrer Wohnung haben wollen. Modern sollte es schon sein.“ Darüber hinaus nimmt das Frauenhaus zwar Kinderbetten, aber aus hygienischen Gründen keine Matratzen. Auch Kleiderschränke, Tische, Stühle sind willkommen. „Aber bitte keine großen Schrankwände“, so Zoller. Denn diese bekommen die Frauen in ihren kleinen Wohnungen nicht unter. Wer sich unsicher ist, sollte das Möbelstück einfach fotografieren und mit den Maßen an weissfuss.sabine@skf-augsburg.de mailen. Fragen beantwortet Weißfuß gerne unter der Telefonnummer des Sozialdienstes katholischer Frauen e.V. 08341/16616.

„Ich hoffe, dass ich für die Sammelaktion einen guten Anstoß geben konnte und bin der festen Überzeugung, dass viele brauchbare Gegenstände zusammenkommen“, so Stracke und führt aus: „Wichtig ist es mir jedoch, dass alle Spender bedenken, dass das Frauenhaus kein günstiges Entrümpelungsunternehmen ist. Bitte spenden Sie daher gute Dinge.“ Darüber hinaus kann das Frauenhaus die Gegenstände nicht alle persönlich abholen, dafür sei das Personal einfach nicht vorhanden, so Weißfuß. „Daher einfach bitte per Mail oder Telefon einen Abgabeort und eine Abgabezeit vereinbaren“, schlägt der Bundespolitiker vor.

Susanne Zoller (v.li.), Sabine Weißfuß und MdB Stephan Stracke.

Susanne Zoller (v.li.), Sabine Weißfuß und MdB Stephan Stracke.