30.01.2020

Verlegung der Eurofighter-Ausbildung an einen fliegenden Verband wird neu bewertet

Kaufbeuren/Berlin - Die Entscheidung der ehemaligen Bundesverteidigungsministerin Dr. Ursula von der Leyen, den Bundeswehrstandort Kaufbeuren dauerhaft zu erhalten, hat in Kaufbeuren große Erleichterung und Begeisterung ausgelöst. Auf dem Standort sollen ein Sanitätsregiment und eine Feldjägerkompanie mit insgesamt rund 1.300 Dienstposten neu angesiedelt werden. Zudem soll die Ausbildung für das Waffensystem Tornado bis 2028 verbleiben. "Das sind hervorragende Perspektiven für Kaufbeuren, die Sicherheit geben für das Personal und für eine Vielzahl von zukünftigen Investitionen", betont der Allgäuer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU), der sich in Berlin erfolgreich für den Erhalt des Fliegerhorsts eingesetzt hat.

Die Luftwaffenführung hat Ende des Jahres 2018 entschieden, die Ausbildung am Eurofighter von Kaufbeuren weg an einen fliegenden Verband zu verlegen. Derzeit werde geprüft, welcher Verband der Geeignetste wäre. Diese Untersuchungen sind laut Stracke noch nicht abgeschlossen. "Eine Verlagerung halte ich für falsch. Die technische Ausbildung am Eurofighter und die luftfahrttechnische Grundlagenausbildung muss nach Möglichkeit in Kaufbeuren bleiben", fordert der Abgeordnete. "Dafür setze ich mich mit voller Überzeugung ein", erklärt Stracke. Er ist aus diesem Grund laufend im Gespräch mit dem Inspekteur der Luftwaffe Generalleutnant Ingo Gerhartz, dem Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung Gerd Hoofe und der politischen Leitung im Bundesverteidigungsministerium.

Stracke machte in diesen Gesprächen deutlich, dass sich die Ausgangslage mit dem Beschluss zum Standorterhalt in Kaufbeuren komplett verändert hat. Der Standort erhält mit der Sanität und den Feldjägern nun dauerhaft neben der Luftwaffe zwei weitere Nutzer. Die Standortkosten, die durch eine Verlegung der Luftwaffe eingespart worden wären, bleiben so erhalten. "Somit fällt ein wesentliches Argument gegen den dauerhaften Verbleib der Luftwaffe weg", erläutert er.

Zudem garantiere eine eigenständige Schule wie in Kaufbeuren, so der Abgeordnete, eine durchgehende Ausbildung in höchster Qualität. "Bei einer Angliederung an einen fliegenden Verband hätte im Zweifel der Flugeinsatz Vorrang, hinter den dann die eigentliche Ausbildung zurücktreten würde. Das wäre in Kaufbeuren anders", verdeutlicht Stracke. Hinzu käme, dass ein großer Anteil des Fachpersonals bei einer Verlagerung verloren ginge. Als Alleinstellungsmerkmal führte er den Campuscharakter in Kaufbeuren ins Feld, der Ausbildung und Wohnen räumlich auf einem Platz verbindet.

Schien es bislang als ausgemachte Sache, dass es auf eine Verlagerung zu einem fliegenden Verband rauslaufen wird, ist jetzt Bewegung in die Situation gekommen. Strackes Argumentation stieß im Bundesverteidigungsministerium offenbar auf offene Ohren. Denn wie Staatssekretär Hoofe nun dem Abgeordneten mitgeteilt hat, wird neben der Verlegung der technischen Ausbildung am Eurofighter an einen fliegenden Verband jetzt erstmals auch Kaufbeuren als Option in die Betrachtungen des Bundesministeriums der Verteidigung mit einbezogen. "Damit sind die Karten neu gemischt. Kaufbeuren ist wieder mit im Spiel", freut sich Stracke über diesen ersten Teilerfolg. "In den nächsten Monaten gilt es, nochmals alle Kräfte zu bündeln, um die neue Chance für Kaufbeuren bestmöglich zu nutzen. Dafür werde ich mich weiterhin stark machen!"

Die technische Ausbildung am Eurofighter und die luftfahrttechnische Grundlagenausbildung muss nach Möglichkeit in Kaufbeuren bleiben, fordert Stracke.

Die technische Ausbildung am Eurofighter und die luftfahrttechnische Grundlagenausbildung muss nach Möglichkeit in Kaufbeuren bleiben, fordert Stracke.