Gemeinsam mit Vorschulkindern experimentierte Stephan Stracke im Familienzentrum St. Magnus in Marktoberdorf.

Spielen geht auch ohne Worte

Marktoberdorf. Um mit Vorschulkindern im Rahmen des Projekts „Haus der kleinen Forscher“ zu experimentieren, hat der Allgäuer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) das Familienzentrum St. Magnus in Marktoberdorf besucht. Er nutzte die Gelegenheit zum Rundgang durch die vor einem Jahr eröffnete Kindertagesstätte sowie zum Gedankenaustausch mit Leiterin Daniela Streif.

„Ich bin beeindruckt, was hier für ein großartiges Haus entstanden ist. In diesen hellen Räumen, die mit viel Fachverstand und Gespür eingerichtet wurden, können sich die Jüngsten entfalten und erhalten beste Startbedingungen für ihre Schullaufbahn“, lobte der Abgeordnete.

115 Kinder im Alter von eineinhalb Jahren bis zum Schuleintritt werden im Familienzentrum St. Magnus betreut - und das falls gewünscht sogar von 7 bis 17 Uhr. Die Einrichtung arbeitet nach dem offenen Konzept und dem Ansatz von „Early Excellence“. Dieser geht davon aus, dass jedes Kind einzigartig ist und ganz besondere Potenziale hat. Bei „Early Excellence“ wird die Idee der integrativen Familienarbeit in lebendige Praxis umgesetzt. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit den Eltern. Sie werden ermutigt, die Bildungsprozesse ihrer Kinder zu begleiten. Außerdem öffnet sich das Familienzentrum St. Magnus nach außen und bietet Beratungs-, Weiterbildungs- und Freizeitangebote für die Familien des Stadtteils an.

Im Gespräch mit Streif tauschte sich Stracke zu den besonderen Herausforderungen aus, denen sich die Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen täglich stellen. In St. Magnus sind Kinder aus insgesamt 23 Nationen untergebracht. Dabei stellt die Sprache, wie Streif ausführte, gar nicht die größte Barriere dar, denn „Spielen geht auch ohne Worte“. Vielmehr seien es die kulturellen wie auch die Mentalitätsunterschiede, die von den Mitarbeiterinnen viel Geduld und Verständnis erfordern. 30 bis zeitweise sogar 50 Prozent der Kinder im Haus kommen aus nichtdeutschsprachigen Familien. Vor diesem starken Migrationshintergrund wäre ein anderer Personalschlüssel wünschenswert. Der Alltag der Kindertagesstätte werde zwar sehr gut vom bestehenden Team bewältigt, aber die Ausrichtung des Hauses als Familienzentrum mit der Öffnung in den Stadtteil hinein und den damit verbundenen Aufgaben würde zweifellos mehr Personal erfordern.

„Als Familienzentrum ist St. Magnus einzigartig in Schwaben, aber eben auch Einzelkämpfer“, betonte Streif. Da fehle so manchmal ein weiteres paar Hände, um mit anzupacken. Stracke sah hier die Möglichkeit, ein Modellprojekt ins Leben zu rufen und versprach, sich dafür bei der Bayerischen Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales Kerstin Schreyer einzusetzen. „Die Rahmenbedingungen, unter denen Sie arbeiten, sind nicht immer einfach. Aber Sie dürfen stolz auf sich und Ihr Team sein und auf das, was Sie täglich schaffen“, betonte er und bedankte sich zum Abschied mit einem Geldgeschenk für die Einladung ins Familienzentrum St. Magnus.