21.08.2013
WK

„Lebensmittel richtig wertschätzen“ - MdB Stracke tauscht sich bei Karwendel-Werken in Buchloe aus

Buchloe – Kaffee, Semmeln, Wurst, Marmelade und Käse: Perfekte Zutaten für ein gemütliches Sonntagsfrühstück. Zu einem guten Sonntagsfrühstück gehört bei vielen Verbrauchern auch der Frischkäse dazu. Er ist auf vielfältige Weise kombinierbar, sei es mit Wurst, Marmelade oder auch nach dem Frühstück beim Backen oder Kochen einsetzbar. Frischkäse und das private Molkereiunternehmen Karwendel-Werke Huber GmbH & Co. KG aus Buchloe sind über die Marke „Exquisa“ untrennbar miteinander verbunden. Kürzlich suchte CSU-Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke das Gespräch mit Ernst Schäffer, Leiter Rohstoffmanagement und Prokurist, um sich über die regionale Milchwirtschaft und das Unternehmen auszutauschen.

Begleitet wurde der Bundespolitiker von der Landtagsabgeordneten Angelika Schorer (CSU), 1. Bürgermeister Josef Schweinberger sowie CSU-Ortsvorsitzenden Franz Nusser. Über ihre Erfahrungen als Milchbauern berichteten zudem Johann Schwayer, 1. Vorsitzender der Milcherzeugergemeinschaft (MeG) Allgäu Nord, aus Lauchdorf, Rainer Müller, 2. Vorsitzender der MeG, aus Bittenau sowie Richard Immerz, 3. Vorsitzender der MeG, aus Dirlewang.

740 Milcherzeuger liefern täglich die Milch ihrer Kühe an das private Molkereiunternehmen in Buchloe. „Die Milch unserer Bauern ist Spitzenklasse“, so Schäffer. Aus dieser Milch werden in dem Unternehmen, in dem rund 400 Mitarbeiter beschäftigt sind, 92.000 Tonnen Produkte hergestellt. „Die hervorragende Qualität der Allgäuer Milch, ist in den Endprodukten deutlich schmeckbar“, unterstrich Stracke. Dennoch habe die „Anerkennung des Berufsstandes des Milcherzeugers ein immer schlechteres Standing“, so Schäffer. Einen Grund dafür, sieht Schäffer in der „teils fehlenden Wertschätzung der Produkte und Lebensmittel“. Veranstaltungen wie der Tag der offenen Hoftür seien zwar gut, aber „es muss mehr Hintergrundwissen beim Endverbraucher geschaffen werden“, hob Landtagsabgeordnete Schorer hervor. „Nur, wer weiß, woher die Produkte und die Zutaten stammen, kann Lebensmittel richtig wertschätzen“, waren sich Schorer, Stracke und Schweinberger einig.

Als problematisch sehen die drei Milcherzeuger, Schwayer, Immerz und Müller, auch die Biogasanlagen an. Man müsse sich die Frage stellen, ob „Energie wirklich vor Essen“ kommen dürfe. „Derzeit gibt es keine neuen Biogasanlagen im Landkreis Ostallgäu“, stellte Schorer heraus. „Die Bundesregierung hat den weiteren Aufwuchs an neuen Biogasanlagen durch die Einführung einer Maisobergrenze und die Verpflichtung, ein Kraft-Wärme-Konzept vorzulegen, effektiv begrenzt“, so Stracke. Dies war auch bitter notwendig, damit im Wettbewerb um die Flächen auch die Milchviehbetriebe noch eine Chance zu reellen Preisen haben. Dennoch gebe es zum Teil massive Übertreibungen auf dem Pachtmarkt. Dies werde sich mittelfristig einebnen, da „immer mehr Biogasbetriebe erkennen, dass zu hohe Pachtpreise auf Dauer nicht wirtschaftlich sein werden“, gibt sich Stracke überzeugt. „Zudem müssen wir die Förderung im Biogasbereich umstellen. Zu belohnen ist in Zukunft weniger die bloße Menge, sondern die Bereitstellung von Strom zu dem Zeitpunkt, wenn dieser auch gebraucht werde“, unterstrich Stracke.
privaten Molkereiunternehmen Karwendel-Werke Huber GmbH & Co. KG

privaten Molkereiunternehmen Karwendel-Werke Huber GmbH & Co. KG