03.06.2016
BT

Stracke: DFS hat Interesse an einer Drohnenausbildung in Kaufbeuren

Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH wird zum 1. Januar 2017 mit ihrem Tochterunternehmen "Kaufbeuren ATM Training GmbH" in Kooperation mit der Bundeswehr die Flugsicherungsausbildung in Kaufbeuren übernehmen. Dies ist ein erster wichtiger Baustein für eine gelingende Konversion nach der Entscheidung, den Bundeswehrstandort in Kaufbeuren zu schließen. „Aufgrund dieses Engagements der DFS habe ich bereits vor Monaten mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der DFS, Prof. Klaus-Dieter Scheurle, Gespräche darüber geführt, ob die DFS am Standort Kaufbeuren auch eine Drohnenausbildung durchführen könnte und damit ihr Geschäftsfeld in Kaufbeuren um diesen Bereich ausbauen würde“, erklärte der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke. „Scheurle steht meinem Vorschlag sehr aufgeschlossen gegenüber. Es besteht ein klares Interesse der DFS an einer Drohnenausbildung. Das ist ein sehr gutes Signal, das Chancen für Kaufbeuren eröffnen kann“, freute sich Stracke.

Hintergrund der Initiative des Abgeordneten sind die gegenwärtigen Überlegungen des Bundesverkehrsministeriums, die Nutzung von unbemannten Luftfahrtsystemen in Deutschland neu zu ordnen. Dies könnte dazu führen, dass in Zukunft eine Ausbildung von Steuerern von unbemannten Luftfahrtsystemen notwendig werden könnte. Ob und wann dies der Fall ist, wird allerdings erst klar werden, wenn das Bundesverkehrsministerium einen entsprechenden Regelungsvorschlag auf den Tisch legt.

Scheurle bekräftigte die grundsätzliche Bereitschaft der DFS an einer Drohnenausbildung nochmals in einem Schreiben vom 2. März 2016 an den Abgeordneten Stracke. Darin unterstrich Scheurle, dass die DFS nach EU-Regularien als Trainings- und Ausbildungsorganisation zertifiziert und aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung in der Ausbildung von in- und ausländischem Luftfahrtpersonal (z.B. Fluglotsen, Flugdatenbearbeiter, Vorfeldkontrolleure usw.) kurzfristig in der Lage wäre, eine solche Ausbildung zu konzipieren und durchzuführen. Allerdings sei für die DFS zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar, ob eine komplexe Vor-Ort-Ausbildung für bestimmte Arten von Steuerern unbemannter Luftfahrtsysteme notwendig werde. Dies hänge vom gesetzlichen Rahmen ab.

„Wichtig ist mir, dass Kaufbeuren bei der DFS von Anfang an als mögliche Ausbildungsstätte für die Steuerung von Drohnen platziert ist. Das ist mir gelungen“, freute sich CSU-Politiker. Stracke hat sich diesbezüglich auch an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt gewandt. „Ich habe Bundesminister Dobrindt über das Interesse der DFS an einer Ausbildung in Kaufbeuren informiert und um Unterstützung geworben", erklärte Stracke. Denn die DFS ist ein Tochterunternehmen des Bundes und dem Bundesverkehrsministerium zugeordnet. „Dieser Umstand hat uns bei der Sicherung der Flugsicherungsausbildung in Kaufbeuren gut getan. Dies kann uns auch jetzt helfen", so Stracke. Der Bundestagsabgeordnete hat auch die Bayerische Staatskanzlei vom Interesse der DFS unterrichtet. „Die Staatskanzlei ist vom Interesse der DFS sichtlich angetan“, meinte Stracke. „Das ist deshalb wichtig, da die Bayerische Staatsregierung den Freistaat deutschlandweit als Zentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme etablieren will. „Kaufbeuren muss hierbei eine zentrale Rolle spielen", forderte Stracke.

„Es ist gut, wenn meine Initiative der Drohnenausbildung durch die DFS in Kaufbeuren nun auch von meinem SPD-Bundestagskollegen Dr. Karl-Heinz Brunner aus Illertissen und dem Kaufbeurer Landtagsabgeordneten der Freien Wähler unterstützt wird", sagte Stracke abschließend. Brunner und Pohl haben sich erst jetzt in diese Richtung an die DFS gewandt, nachdem Stracke dies schon vor Monaten erfolgreich getan hat.