19.06.2015
BT

Erster Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung: „Verbundenheit mit dem Schicksal der Vertriebenen setzen“

Angesichts des ersten „Gedenktages für die Opfer von Flucht und Vertreibung“ am 20. Juni weist der Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) auf eine repräsentative Studie zu Flucht, Vertreibung, Versöhnung, die vom Institut für Demoskopie Allensbach in Deutschland, Polen und Tschechien durchgeführt wurde.

Vor allem die positiven Erfahrungen der Bürger im persönlichen Kontakt zeigen, dass es in den vergangenen zehn Jahren zu einer guten Verständigung gekommen ist. Dies gilt vor allem für die polnische Bevölkerung in den ehemaligen deutschen Ostgebieten und ihre früheren deutschen Bewohner.

„Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, wie wichtig und richtig es ist, auf dem Fundament der gemeinsamen Geschichte tragfähige Brücken in die Zukunft zu bauen“, so der Allgäuer CSU-Politiker. Die Zukunft gehöre dem europäischen Miteinander. An dieser positiven Entwicklung haben die deutschen Vertriebenen selbst einen großen Anteil. Es sei beeindruckend, wie beispielsweise durch ungezählte persönliche Kontakte, Städtepartnerschaften und regelmäßige Austauschprogramme das gegenseitige Verständnis über die gemeinsame Geschichte und die Aussöhnung gewachsen sind. Jüngst bedauerte die Stadt Brünn aufrichtig in einer Versöhnungserklärung die Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung 1945. Sie erinnerte an den Todesmarsch im Mai vor 70 Jahren, bei dem bis zu 5.000 Menschen durch Erschöpfung oder Gewalt ums Leben kamen. „Das ist ein wichtiges Zeichen der Versöhnung“, meint Stracke.

„Der Gedenktag am 20. Juni bietet die Möglichkeit, dem un-ermesslichen Leid von Flucht und Vertreibung zu gedenken und die Kraft zur Versöhnung deutlich zu machen. Flucht und Vertreibung sind Teil der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Fast fünfzehn Millionen Deutsche mussten nach Ende des Zweiten Weltkriegs durch Vertreibung, Zwangsumsiedlung und Deportation ihre Heimat verlassen. 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs können wir die Opfer und ihre Schicksale endlich auch durch ein öffent-lich sichtbares Gedenken angemessen würdigen“, so Stracke.

Der „Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung“ fällt mit dem von den Vereinten Nationen ins Leben gerufenen Weltflüchtlingstag zusammen und erweitert das Flüchtlingsgedenken um das Schicksal der Vertriebenen. Die zentrale Veranstaltung findet am 20. Juni im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums in Berlin statt.