12.02.2013
WK

Ganzheitliche Strategien gegen Fachkräftemangel MdB Stracke im Gedankenaustausch mit Nestlé-Werkleitung

Biessenhofen – „Sicherheit, Verantwortung und Wertschätzung – diese drei Punkte werden bei Nestlé Biessenhofen gelebt und führen zu einer hervorragenden Qualität bei der Herstellung von Nahrungsmitteln und einem guten, gesunden Betriebsklima“, lautete das Fazit von CSU-Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke nach seinem Besuch des Nestlé-Werkes Biessenhofen. Fachkräftemangel, Sicherheit und Entwicklungen waren nur drei Themenpunkte, die bei einem Gedankenaustausch zwischen dem Bundespolitiker und Tim Keller, Leiter des Nestlé-Werkes Biessenhofen, dem stellvertretenden Werkleiter Stephan Kühn sowie Gunnar Tödt, Leiter Personal, angesprochen wurden.

„Wir dürfen uns keine Fehler erlauben“, betonte Keller und führte aus: „Wir stellen im Werk Biessenhofen hypoallergene Nahrung für die empfindlichsten Verbraucher der Welt her – Säuglinge.“ Sorgfalt und Sicherheit stünde bei der Produktion von Anfang bis Ende im Mittelpunkt. Um diesen Gedanken nachhaltig zu unterstreichen, habe die Nestlé Deutschland AG im Jahr 2012 die Kampagne „Q4“ ins Leben gerufen, die zu noch mehr Transparenz bei der Herstellung von Nahrungsmitteln für den Verbraucher führen soll. Sicherheit, die auch der Gesundheit der Mitarbeiter zu Gute kommt. Als Mitglied des Ausschusses für Gesundheit begrüßt Stracke den Transparenz- und hohen Sicherheitsgedanken des Konzerns. „Eine gute Betriebliche Vorsorge beginnt mit der Sicherheit am Arbeitsplatz und Unfallvermeidungsstrategien“, so das Mitglied des Gesundheitsausschusses.

„Eine stetige Weiterentwicklung“, so Keller, sei auch in punkto Produktion wichtig. Vor zwei Jahren sei die neue Produktionsanlage für hypoallergene Säuglingsnahrung eingeweiht worden. „Wir produzieren damit auf dem neuesten und modernsten Standard“, betont der Werkleiter. Vorstellbar sei für ihn und seinen Stellvertreter Kühn allerdings auch, dass in Zukunft mehr „Insourcing“, z. B. bei Rohstoffen betrieben werden könnte. Konzepte dafür sollen noch dieses Jahr dem Nestlé Konzern zur Prüfung vorgelegt werden.

Außer Frage steht für Keller und Personalleiter Tödt hingegen, dass in sechs bis sieben Jahren das Thema Fachkräftemangel auch das Werk Biessenhofen erreichen wird. „Wir sind derzeit noch gut aufgestellt, aber in manchen Sparten wird es für uns schon schwieriger, geeignete Fachkräfte zu bekommen“, so Tödt. Nestlé habe daher einige Schritte unternommen, wie beispielsweise die Zahl der Ausbildungsplätze bei Handwerkern zu verdoppeln. Ebenso haben die technischen Auszubildenden und die Milchtechnologen in 2012 nach der Ausbildung - sofern sie bleiben wollen - gleich einen unbefristeten Vertrag erhalten. Auch die meisten neuen Stellen werden als unbefristete ausgeschrieben. Schwierig sei laut Tödt allerdings die fehlende Mobilität. „Ich bekomme keine Bewerbung von einem Elektriker aus Thüringen für das Allgäu.“ „Das zeigt mir einmal mehr, dass wir den Fachkräftemangel auch in unserer Top-Region ernst nehmen müssen. Wir brauchen eine ganzheitliche Strategie, um diesem erfolgreich zu begegnen. Ausbildungsplätze schaffen oder diese aufzustocken, ist ein wichtiger Schritt. Dennoch müssen noch weiterführende Anreize geschaffen werden. Dies gilt besonders für Frauen. Wie können wir es ermöglichen, dass Frauen leichter Beruf und Familie vereinbaren können? In diesem Bereich gibt es noch viel Handlungsbedarf, gerade bei der innerbetrieblichen Organisation“, betonte Stracke.

Werksleiter Keller und MdB Stracke

Werksleiter Keller und MdB Stracke