11.06.2015
BT

Psychiatrische Außensprechstunden wieder möglich – Ein Gewinn für die Behandlung psychisch kranker Menschen vor Ort

Zum 1. Juli 2014 mussten die Bezirkskliniken Schwaben die Außensprechstunden ihrer Psychiatrischen Institutsambulanzen einstellen. Betroffen davon war auch der Standort Füssen. Grund für die Maßnahme war, dass die Krankenkassen aufgrund einer fehlenden gesetzlichen Grundlage die Finanzierung der Sprechstunden eingestellt hatten. Die Bezirkskliniken Schwaben wandten sich daraufhin an den Allgäuer Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke (CSU), der sich für eine Gesetzesänderung stark machte. „Die bisherigen Außensprechstunden waren vorbildhaft. Sie boten psychisch Kranken eine wohnortnahe und schnelle Hilfe. Stationäre Einweisungen konnten so oftmals vermieden werden. Der Wegfall der Außensprechstunden war deshalb ein großer Verlust für die Versorgungsqualität vor Ort“, erläuterte Stracke.

„Auf Drängen der CSU haben wir den gesetzlichen Rahmen nun so verändert, dass dieses wichtige Angebot ab 1. August 2015 wieder möglich ist. Dies ist ein schöner Erfolg und ein Gewinn für die Behandlung psychisch kranker Menschen vor Ort“, freute sich der Allgäuer Abgeordnete.

Nach der vom Deutschen Bundestag jetzt beschlossenen Regelung ist es nicht mehr erforderlich, dass die psychiatrische und psychotherapeutische Ambulanz räumlich und organisatorisch an ein Krankenhaus angebunden sein muss. Gerade diese bislang notwendige Anbindung hat die Außensprechstunden von Psychiatrischen Institutsambulanzen unmöglich gemacht. Dies wurde jetzt geändert.

„Ich hoffe, dass die Bezirkskliniken Schwaben von der Gesetzesänderung Gebrauch machen werden und die psychiatrischen Außensprechstunden wieder aufleben lassen. Die Grundlagen hierfür hat die Politik geschaffen“, sagte Stracke.

Hintergrund:

Der Deutsche Bundestag hat heute in 2./3. Lesung das Gesetz zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung verabschiedet. Teil dieses Gesetzes sind Erleichterungen für die Ermächtigung von Psychiatrischen Institutsambulanzen. Die Ermächtigung ist die Voraussetzung, dass die Gesetzlichen Krankenkassen die dortige ambulante Behandlung ihrer Versicherten bezahlen. Dazu zählt auch die Finanzierung von Außensprechstunden an Psychiatrischen Institutsambulanzen.