10.10.2014
BT

Stephan Stracke zu Besuch bei der Frühförderung in Marktoberdorf

Der Allgäuer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) besuchte im Rahmen der Aktion Rollentausch in der letzten Woche die Frühförderung der Lebenshilfe Ostallgäu e.V. in Marktoberdorf. Gerade in Hinblick auf die geplante Reform der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen sei der enge Austausch mit den Fachleuten vor Ort wichtig, erklärte Stracke, der zugleich sozialpolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag ist.

Um sich einen Eindruck von der interdisziplinären Frühförderung verschaffen zu können, hospitierte Stracke – ganz praxisnah – bei einer Physiotherapiestunde und einer heilpädagogischen Förderung. „Korbinian, ein 3 ½ jähriger Junge, der im Rahmen der Physiotherapiestunde zum ‚Turnen‘ kommt, zeigte sich anfangs etwas distanziert und zurückhaltend gegenüber unserem Besucher“, berichtete die Einrichtungsleiterin Sigrun Bögle. Aber im Laufe der Stunde sei Korbinian immer offener geworden und am Schluss habe Stracke sogar mitspielen dürfen. Bei der heilpädagogischen Förderung ließ sich die kleine Anna, sie leidet am Down-Syndrom, nicht stören. Sie habe es schön gefunden, ihre Entwicklungsschritte vor großem Publikum zeigen zu können. Auf Nachfrage Strackes erklärte Annas Mutter, dass die Arbeit der Frühförderung und die Unterstützung im häuslichen Umfeld für sie und ihre Familie sehr wertvoll sei.

"Die vielfältigen Möglichkeiten der Frühförderung in Marktoberdorf sind beeindruckend", stellte Stracke in einem anschließenden Gespräch mit Frau Bögle und Psychologin Frau Stelle fest. Bei der Frühförderung sei eine Verschiebung des Aufgabenspektrums zu beobachten, erfuhr Stracke dabei von den erfahrenen Mitarbeiterinnen. Neben Kindern mit Behinderung würden in den letzten Jahren vermehrt auch Kinder mit Verhaltens- oder Entwicklungsstörungen durch eine Frühförderung unterstützt.

Ein weiteres Thema war das geplante Bundesteilhabegesetz, mit dem die Eingliederungshilfe zu einem modernen Teilhaberecht für Menschen mit Behinderungen weiterentwickelt werden soll. „Unser großer Wunsch ist, dass die Verbände vor Ort mit ihren vielfältigen Erfahrungen bei diesen Vorhaben gut eingebunden sind“, betonte Frau Bögle. „Wir wollen nichts an der Praxis vorbei machen“, hob Stracke hervor. Stracke versprach, die Verbände und Akteure vor Ort eng in seine Meinungsbildung mit einzubeziehen.

Ein Vorschlag sei die sogenannte „große Lösung“. Sie sieht die Zusammenführung von Jugendhilfe und Eingliederungshilfe bei Kindern und Jugendlichen vor. „Das ist eine Maßnahme, die intensiv diskutiert werden muss. Aus fachlicher Sicht ist der Vorschlag sicherlich positiv zu bewerten, bedeutet es doch Hilfe aus einer Hand“, sagte Stracke. Schwierigkeiten bereite allerdings die getrennte Trägerschaft. Die Jugendhilfe liegt derzeit in der Hand der Kommunen, die Eingliederungshilfe in der Kompetenz des Bezirks Schwaben. „Es darf am Ende nicht zu Verschiebebahnhöfen zu Lasten von Menschen mit Behinderungen kommen“, strich Stracke heraus.