02.05.2013
WK

Ein Netz für Kinder und Jugendliche MdB Stracke informiert sich über die Wohnfamilie Ohnesorg in Bad Grönenbach

Bad Grönenbach – Das Wohnhaus der Familie Ohnesorg steht mitten in einem Wohngebiet in Bad Grönenbach und zwar im Ortsteil Zell. Alles scheint auf den ersten Blick wie bei jeder anderen Familie auch zu sein: Ein Spielgerüst im Garten, ein einladendes Namensschild an der Haustür, selbst gebastelte Fensterbilder. Und doch ist bei der Wohnfamilie Ohnesorg alles ein bisschen anders. Denn in dem Bad Grönenbacher Haus wohnen 28 Kinder und Jugendliche ab vier Jahren, die in ihrem kurzen Leben schon einiges erlebt haben. Aufgefangen werden sie dabei in der Einrichtung der Familie Ohnesorg. Kürzlich informierte sich CSU-Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke „über das ganz besondere Familienunternehmen“. Begleitet wurde er dabei von Bürgermeister Bernhard Kerler.

Bei der Wohnfamilie Ohnesorg handelt es sich um eine heilpädagogische sowie therapeutische Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft. 1987 haben Rita und Winfried Ohnesorg die erste Wohngruppe in Kempten gegründet. 1992 kam das Haus in Bad Grönenbach hinzu. Mittlerweile sind die beiden Töchter Tanja und Kerstin Ohnesorg im elterlichen Familienunternehmen aktiv und auch der Schwiegersohn Michael Ohnesorg ist nicht wie einst geplant Jurist geworden, sondern Erziehungswissenschaftler. „Wir sind die Feuerwehr, die gerufen wird, wenn es in Familien brennt“, erläuterte Michael Ohnesorg. Die Lebensgeschichten der Kinder und Jugendlichen seien dabei höchst unterschiedlich. Schwierige Familienverhältnisse oder eigene Probleme wie Bindungs- und Beziehungsstörungen oder auch Traumatisierungen seien nur einige wenige Beispiele dafür, weshalb die Kinder und Jugendlichen in Bad Grönenbach ein zweites zu Hause finden würden. „Sie sind das Netz, das die Kinder und Jugendlichen auffängt und ihnen eine Zukunftsperspektive gibt“, zeigt sich Bundespolitiker Stracke, der Mitglied des Ausschusses für Gesundheit im Deutschen Bundestag ist, von der Arbeit der Wohnfamilie beeindruckt. „Eine wertvolle und nicht wegzudenkende Einrichtung“, ergänzt Bürgermeister Kerler.

Ein familiäres und angenehmes Wohnklima ist Tanja und Michael Ohnesorg in ihrer Wohnfamilie sehr wichtig. Denn die Kinder und Jugendlichen bleiben im Schnitt zwei bis drei Jahre in der Einrichtung. Daher muss in vielen Gesprächen erst „eine tragfähige Beziehung zu den Kindern geschaffen werden“, so Tanja Ohnesorg. Die Vermittlung von klaren Strukturen, die es in jeder Familie gibt, seien dabei besonders wichtig, so Diakon Peter Siffl, der in der Wohnfamilie in Bad Grönenbach arbeitet. Die enge Zusammenarbeit auch mit den Schulen der Region sei für die Entwicklung der Kinder ebenso wichtig wie auch die Einbeziehung der Eltern. Der Erfolg der angebotenen Hilfeleistungen der Mitarbeiter der Wohnfamilie Ohnesorg sei „zu 50 Prozent auch von den Eltern der Kinder abhängig“, erklärt Michael Ohnesorg. Hilfreich sei darüber hinaus auch, dass die Kinder in der Regel wohnortfern untergebracht werden. „Gerade Jugendliche erhalten dadurch erst die Chance, einen Fuß auf den Boden zu bekommen“, so Tanja Ohnesorg. Denn in dem eigenen Heimatort sind diese oft als Problemkinder verschrien und erhalten dadurch überhaupt keine reelle Möglichkeit ihr Leben zu verändern. „Kinder und Jugendliche brauchen ein Wohnklima in dem sie gefördert werden und wachsen können. Dies bietet die Familie Ohnesorg bereits in der zweiten Generation“, hob Stracke hervor.

Wer mehr über die Wohnfamilie Ohnesorg erfahren möchte, kann sich unter www.wohnfamilie.de informieren.

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