04.09.2014
WK

MdB Stracke besucht Lebenszentrum in Ottobeuren

Ottobeuren – Es ist Fakt, dass unsere Gesellschaft immer älter wird. Dies ist unter anderem auch einer guten medizinischen Versorgung zu verdanken. Auf Grund dieses demografischen Wandels gilt es sich jedoch auch auf den Weg zu machen, um verschiedene Wohnmodelle wie Alten-WGs, klassische Pflegeeinrichtungen, Senioren-Hotels und viele andere Ideen und Konzeptionen zu realisieren und auszuprobieren. „Denn so vielfältig die Menschen und ihre Bedürfnisse sind, so vielfältig müssen auch die Angebote sein, um in Würde altern zu können“, streicht der gesundheitspolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe, Stephan Stracke, MdB, heraus.

Aus diesem Grund besuchte er kürzlich auch das Lebenszentrum in Ottobeuren und informierte sich nicht nur bei den beiden geschäftsführenden Gesellschaftern Alice und Olaf Roßbach über ihr Konzept, sondern nutzte die Gelegenheit, um mit einigen Bewohnerinnen und Bewohnern ins Gespräch zu kommen.

Vor sechs bis sieben Jahren habe das Ehepaar die Idee gehabt eine „Bestandseinrichtung zu revitalisieren“, so Olaf Roßbach. Herausgekommen ist dabei ein Haus, dass nicht einfach nur ein Seniorenheim ist, sondern zusätzlich die Möglichkeit bietet, eine Ein-Zimmer-Wohnung oder eine Zwei-Zimmer-Wohnung in der Einrichtung anzumieten. „In dieser können sich die Bewohner selbst versorgen oder auch die Caféteria sowie die rundum Versorgung durch unser Fachpersonal in Anspruch nehmen. Dies bleibt ihnen aber völlig überlassen“, erläutert Alice Roßbach.

Zusätzlich befindet sich im Lebenszentrum Ottobeuren seit dem 1. Januar dieses Jahres noch eine Fachabteilung für Menschen im sogenannten Wachkoma. „Diese ist nicht nur für ältere Menschen, die einen Unfall hatten, sondern wir betreuen auch junge Patienten mit Schwerst-Schädel-Hirnverletzungen“, verdeutlicht das Ehepaar. Dieser Tage wird zum Beispiel ein junger 18-jähriger Mann zu ihnen auf die Wachkoma-Station verlegt. „Wir sind ein Haus des Lebens und nicht des Alters“, streicht Alice Roßbach heraus. Daher verbindet das Konzept des Lebenszentrums viele verschiedene Bereiche des Lebens. Auch das Café wird nicht nur von den Bewohnern genutzt, sondern lockt auch zahlreiche Besucher an. „Wir alle profitieren voneinander und so soll es bei uns im Haus auch sein“, so Olaf Roßbach.

Als gesundheits- und arbeitspolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag interessierte sich Stracke zusätzlich dafür, wie im Lebenszentrum dem stetig wachsenden Fachkräftemangel, neben der Form der eigenen Ausbildung von Nachwuchskräften, entgegen gewirkt werde. Als Versuch arbeite das Lebenszentrum mit einer Schule in Spanien zusammen und hätte gerade vier spanische Fachkräfte im Haus. „Gerade die Jugendarbeitslosigkeit ist in Spanien bei gut 50 Prozent“, so Stracke und würdigte diesen Versuch. „Internationale Fachkräfte können für Unternehmen ein Gewinn sein. Dennoch brauchen wir einen Mix aus Maßnahmen, um dem Fachkräftemangel in Deutschland nachhaltig zu begegnen. Denn bis zum Jahr 2020 fehlen bis zu 220.000 Pflegekräfte und das alleine nur in der Altenpflege. Zudem werden wir im Jahr 2025 in Deutschland mindestens 6,5 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter weniger als heute haben. Das bedeutet: Wir müssen uns jetzt auf den Weg machen.“, so Stracke. Eine vereinheitlichte Grundausbildung zwischen Alten- und Krankenpflege, „um die Attraktivität und Wechselmöglichkeiten zu verbessern“, sei für den arbeitspolitischen Sprecher ein weiterer wichtiger Schritt, um auf den Fachkräftemangel in der Pflege zu reagieren. Darüber hinaus hält es der Bundespolitiker auch für wichtig, dass bei der Ausbildung in den Pflegeeinrichtungen die Kostentragung über das jeweilige Haus auf ein Umlagesystem umgestellt werde. „Baden-Württemberg geht diesen Weg bereits. Diesen sollten wir in Bayern ebenfalls bestreiten. Denn es kann nicht sein, dass allein die Betriebe mit Zusatzkosten belastet werden, die ausbilden, und die, die dies nicht tun, über Kopfprämien die fertig ausgebildeten Fachkräfte abwerben“, streicht Stracke mit Nachdruck heraus.

Das Lebenszentrum Ottobeuren sei eine Variante von vielen Konzepten, um dem Fachkräftemangel und dem demografischen Wandel zu begegnen, resümiert Stracke. „Es ist ein interessanter Ansatz, der hier in Ottobeuren funktioniert“, würdigt Stracke abschließend.