22.02.2013
BT

Mehr Fachkräfte für die Altenpflege

Gestern Abend hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Stärkung der beruflichen Aus- und Weiterbildung in der Altenpflege verabschiedet. Hierzu erklärt der zuständige Berichterstatter der CSU-Landesgruppe für den Bereich Pflege, Stephan Stracke MdB:

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Bayern wird bis zum Jahr 2030 von heute ca. 300.000 auf mehr als 450.000, also um mehr als 50 Prozent, steigen. Gleichzeitig nimmt aufgrund der demographischen Entwicklung sowohl die Zahl der pflegenden Angehörigen als auch die der Pflegekräfte weiter ab. "Wir schlittern in der Pflege in einen Fachkräftemangel hinein, der sich schon heute vor allem in den Ballungszentren, aber vereinzelt auch schon in den ländlichen Regionen zeigt. All dies macht deutlich, dass die Sicherstellung einer guten Pflege eine der größten gesellschaftspolitischen Herausforderungen der nächsten Jahre ist", macht Stracke deutlich.

Vor diesem Hintergrund haben sich Bund, Länder und Verbände im Dezember 2012 in der "Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege" auf ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Fachkräftesicherung in der Altenpflege verständigt. Mit dem gestern verabschiedeten Gesetz setzen wir einen Baustein dieser Offensive, die Stärkung der Aus- und Weiterbildung in der Altenpflege, um.

"Gut ausgebildete und motivierte Pflegefachkräfte sind entscheidend für eine gute Pflege", so Stracke. Das Gesetz bringt deshalb zwei Maßnahmen auf den Weg, um diesen Bedarf zu decken: Wer bereits Vorkenntnisse im Pflegebereich hat, kann in kürzerer Zeit zur Altenpflegekraft umgeschult werden als bisher. Zudem werden alle Umschulungen wieder über die gesamte Zeit von der Bundesagentur für Arbeit finanziert. "Wir gewinnen damit einerseits mehr lebens- und berufserfahrene Menschen für eine Umschulung zur Altenpflegefachkraft. Über die höhere Anzahl von Fachkräften verbessern wir aber gleichzeitig auch die Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen", erklärt Stracke.

Das Gesetz muss jetzt noch vom Bundesrat verabschiedet werden. "Ich appelliere an die Länder, dies zügig zu tun und bei diesem bedeutenden Vorhaben keine wahlkampftaktischen Spielchen zu spielen", fordert Stracke. "Es ist wichtig, dass die Regelungen rechtzeitig vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres in Kraft treten können."

Zum Hintergrund:

Die "Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege" soll die Zahl der Fachkräfte in der Altenpflege sichern. In insgesamt zehn Handlungsfeldern haben sich die Vereinbarungspartner auf konkrete Maßnahmen verständigt. So sollen neben verstärkten Ausbildungsanstrengungen und Maßnahmen der beruflichen Aus- und Weiterbildung vor allem die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in der Altenpflege optimiert werden. Dies betrifft insbesondere die Bereiche der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Attraktivität der Arbeitsbedingungen in der Altenpflege. Erreicht werden soll dies z.B. durch eine verbesserte Gesundheitsförderung, einen ausgewogenen Personalmix und eine leistungsgerechte Vergütung.