17.01.2014
WK

Neujahresempfang des CSU-Ortsverbandes Kaufbeuren

Kaufbeuren - Den traditionellen Neujahrsempfang des Kaufbeurener CSU-Ortsvereins nutzte Oberbürgermeister Stefan Bosse für eine „Rückschau von Wahljahr zu Wahljahr“ und bilanzierte in teils humoriger Art Ereignisse des letzten Jahres. Ein Ausblick auf die Herausforderungen fehlte ebenso wenig wie der Traum von einer Strandbar am Mühlbach. Ortsvorsitzender und MdB Stephan Stracke bezog sich auf die Erfolge des letzten Wahljahres und kündigte im Hinblick auf die Kommunal- und Europawahl an: „Wir wollen das Double holen!“ Neben den Kandidaten für die Stadtratswahl waren auch Maria Rita Zinnecker als Landratskandidatin der CSU sowie MdL Angelika Schorer (CSU) und Bürgermeister der Umlandgemeinden der Einladung gefolgt.

„Bei einer so großen Stadt kann auch schon mal etwas schiefgehen“, so die einführenden Worte des OB in seiner Ansprache. Dabei kamen der „Rütteltest der Grabsteine“ in allen Details, das Thema „Grüner Pfeil“ sowie die maroden Bauwerke Parkhaus, Josefsthaler Brücke und Eisstadion zur Sprache. Das alles habe Kraft, Geld und Ärger gekostet. Der OB zeigte sich froh über die einvernehmliche Lösung beim Klinikunternehmen („Kaufbeuren ist nicht der Sieger“) und die nunmehr dauerhaft verankerte Finanzhochschule. Die Seniorenbetreuung sei „mustergültig“ und der Seniorenbeirat arbeite „phänomenal“.

„Wir sind eine echte Bildungsstadt und in Schwaben die erste Stadt mit dem Siegel ‚Bildungsregion‘“, so der OB. In den letzten Jahren seien über fünf Millionen Euro in die Bildung geflossen. Nach Fachoberschule, Josef-Landes- und Schmuckfachschule wären nunmehr auch das Jakob-Brucker-Gymnasium und die Sophie-La-Roche-Realschule für erforderliche Sanierungen vorgesehen. Die Stadtspitze kündigte ein „integriertes Stadtentwicklungskonzept“ an – man müsse die „Stadt neu denken“. Dazu soll auch ein „Stadtentwicklungsbeirat“ eingerichtet werden. Insbesondere die in Kaufbeuren weit unter dem Landesdurchschnitt liegende Zahl von Beschäftigten pro Einwohner möchte Bosse verändern. Während bayernweit auf 1000 Einwohner 40 Beschäftigte kommen, sind es nach seinen Worten in Kaufbeuren gerade einmal 26. Um den Durchschnitt zu erreichen, seien 800 zusätzliche Arbeitsplätze erforderlich. Dazu möchte Bosse die Ansiedlung weiterer staatlicher Einrichtungen bei einem Besuch von Ministerpräsident Horst Seehofer ebenso ansprechen wie den dringend notwendigen „Allgäu-Schnellweg“ – den vierspurigen Ausbau der B 12.

Der OB warb für eine Entwicklung des Areals am Forettle, dass „große Qualitäten durch Färberhaus und Mühlbach“ habe. Er halte eine Eisbachwelle wie in München oder eine Strandbar am Mühlbach durchaus für möglich. Die Entwicklung sei nicht einfach und sehr komplex. Der Investor täte alles, um eine möglichst breit akzeptierte Lösung zu erreichen. Die Signale aus der Bürgerschaft seien angekommen. „Wir sollten die Gelegenheit beim Schopfe packen und etwas Vernünftiges daraus machen“, rief der OB den Anwesenden zu. Eine Altstadtaktivierung der Immobilien zusammen mit dem Denkmalschutz und die Verbesserung der Fußgängerzone seien weitere Herausforderungen, die man anpacken wolle. Schwerpunkte sollen außerdem im Bereich Kultur gesetzt werden – ein Straßenkunstfestival sei bereits in Planung. Denn mit diesen Mitteln gelinge es, Besucher aus dem „Großraum München anzuzapfen“. Viele ältere Menschen zögen bereits heute aus dem Großraum in die ruhigere Stadt Kaufbeuren.

MdB Stephan Stracke sprach von einem „Goldenen September“ für die Partei mit Blick auf die Wahlerfolge im letzten Jahr. „Die CSU ist fest in der Gesellschaft verankert und in Bayern eine große Gruppe, die anpackt“, so der Ortsvorsitzende. Im Koalitionsvertrag seien die Kernfelder der Union durchgesetzt worden wie beispielsweise Mütterrente, keine Steuererhöhung oder keine neue Schulden. Allein Bayern habe 30 Milliarden Euro Bedarf für Projekte im Bundesverkehrswegeplan angemeldet. „Die Leute schauen auf uns und sie bauen auf uns“, schloss der Abgeordnete und forderte dazu auf, die anstehenden Wahlen „geschlossen“ anzugehen.