21.03.2013
BT

Kabinett beschließt bessere Vergütung der Notdienste von Apotheken

In seiner gestrigen Sitzung hat das Bundeskabinett das Gesetz zur Förderung der Sicherstellung des Notdienstes von Apotheken beschlossen. Hierzu erklärt der Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU):

Das deutsche Gesundheitswesen ist eines der besten der Welt. Ein zentraler Punkt ist die flächendeckende und wohnortnahe Versorgung von Patientinnen und Patienten. Wir wollen, dass dies auch in Zukunft so bleibt und gerade die Menschen in ländlichen Regionen in Notfällen nicht viele Kilometer weit fahren müssen, um Hilfe zu bekommen. Mit dem GKV-Versorgungs-strukturgesetz haben wir Maßnahmen zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung getroffen, mit dem gestern vom Kabinett beschlossenen Entwurf für ein Apothekennotdienstsicherstellungsgesetz verbessern wir die Rahmenbedingungen für die Notfallversorgung mit Medikamenten.

"Dies ist ein großer Erfolg, der allein auf Initiative der CSU zustande gekommen ist. Rund 100 Millionen Euro stehen für die Apotheken, die Notdienste leisten, zusätzlich zur Verfügung", erklärt Stracke.

Die Apotheken leisten durch ihre Notdienste einen wichtigen Beitrag, indem sie die Versorgung mit Medikamenten auch außerhalb der regulären Geschäftszeiten sicherstellen. In ländlichen Regionen wie dem Allgäu wird der Notdienst aber einerseits weniger in Anspruch genommen als in der Stadt. Wegen der geringeren Apothekendichte muss die einzelne Apotheke andererseits mehr Notdienste leisten, was für diese eine besondere Belastung darstellt. "Deshalb ist es richtig, die Apotheken in der Fläche mit häufigeren Notdiensten besser zu vergüten, denn die Menschen sollen auch dort weiterhin möglichst wohnortnah eine Apotheke vorfinden. So stärken wir konsequent die medizinische Versorgung in den ländlichen Gebieten", verdeutlicht Stracke.Zum Hintergrund:

Die geleisteten Notdienste der Apotheken wurden in der Vergangenheit nur über die jeweilige Inanspruchnahme anhand der Zahl der abgegebenen Packungen honoriert. Künftig erhält nun jede Apotheke, die zwischen 20 Uhr und 6 Uhr einen vollständigen Notdienst erbringt, unabhängig von der Inanspruchnahme einen pauschalen Zuschuss. Hiervon profitieren insbesondere die ländlichen Apotheken, die viele Notdienste mit wenig Kundenkontakt anbieten müssen.

Der Zuschuss wird aus einem neu einzurichtenden Fonds gezahlt. Die Finanzierung erfolgt über eine Erhöhung des Festzuschlags, den die Apotheken bei der Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel erheben. Der Festzuschlag ist die Vergütung der Apotheken für die Dienstleistung der Abgabe und wird von den Krankenkassen an die Apotheken gezahlt. Der Festzuschlag beträgt 8,35 Euro und wird jetzt um 16 Cent erhöht. Der Erhöhungsbetrag ist ausdrücklich zur Förderung der Notdienstes bestimmt und zu diesem Zweck vollständig an den Fonds abzuführen.