10.11.2013
WK

Stefan Bosse klarer Kandidat der CSU

Kaufbeuren - Eindeutiger ging es nicht: Alle 53 anwesenden Mitglieder des CSU-Ortsverbandes Kaufbeuren gaben dem amtierenden Oberbürgermeister Stefan Bosse ihr Votum für eine weitere Kandidatur. So gratulierte MdB Stephan Stracke als Ortsvorsitzender spontan mit den Worten: „Ich gratuliere ganz herzlich zu diesem fulminanten Ergebnis, Mister 100 Prozent!“ Die Überraschung war auch dem Kandidaten anzumerken, der seinen Worten nach mit solch einem Ergebnis nicht gerechnet hatte. Der Fraktionsvorsitzende Gerhard Bucher hatte Bosse zuvor dem Gremium vorgestellt und empfohlen. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.

„Ich bin begeistert, bei einer geheimen Abstimmung 100 Prozent Zustimmung zu bekommen. Das ist sensationell“, so die erste Reaktion der Stadtspitze. Er bedanke sich für den großartigen Vertrauensbeweis und stelle sich sehr gerne wieder der Herausforderung.

MdB und Ortsvorsitzender Stephan Stracke konnte zuvor rund 80 Besucher in den Räumlichkeiten des Unternehmens JOAS Fenster begrüßen und übernahm zugleich den Vorsitz des Wahlausschusses. Gerhard Bucher schilderte mit seinen Worten die politischen und persönlichen Leistungen des OB-Kandidaten. Bosse selbst zog in seiner Ansprache zur Nominierung eine Bilanz seiner bisherigen Amtszeit und skizzierte Handlungsschwerpunkte zukünftiger Stadtpolitik. Kaufbeuren sei heute eine familien- und wirtschaftsfreundliche Stadt, die mit dem Qualitätspreis des Freistaates ausgezeichnet sei. Und als Bildungsstadt habe sie das Qualitätssiegel Bildungsregion Bayern erhalten.

Seit 2004 seien „echte Leuttürme“ entstanden. Beispiele dafür waren die Erschließung neuer Bau- und Gewerbegebiete, die Ansiedlung von HAWE, das Stadtmuseum, die Fertigstellung des Klinikums nach fast 25 Jahren und der Ausrichtung einer neuen Klinikstruktur, die Umgestaltung des Neugablonzer Zentrums und die Ansiedlung der Finanzfachhochschule. Er bezeichnete Kaufbeuren als innovative Stadt, die den Wandel als Chance begreift und die Bürger in die Prozesse einbezieht.

Die Beteiligung der Bürger machte der OB insbesondere an der Lösung für ein neues Eisstadion mittels eines Ratsbegehrens deutlich (siehe dazu extra Artikel). Auch in Sachen „Forettle“ setze er auf eine intensive Diskussion und enge Einbindung mit den Bürgern. Denn Stillstand werde in Kaufbeuren nicht akzeptiert. Dies gelte auch bei der „mit Abstand schwierigsten Aufgabe“ – der Entwicklung des Bundeswehrareals. Allerdings liege die Präferenz immer noch eindeutig auf der Erhaltung des Bundeswehrstandortes. Neben MdB Stephan Stracke sei auch der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold eingebunden und er setze unter anderem auch auf eine angekündigte Analyse des Bundesrechnungshofes. Die Situation in Kaufbeuren sei komplett anders als an anderen Standorten und der Umzug teurer als gedacht. Unabhängig davon würden demnächst die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs Europan 12 öffentlich vorgestellt. Mit Bedauern nehme er die Haltung der Staatsregierung zu einer Außenstelle der Hochschule Kempten zur Kenntnis und erhoffe sich Antworten bei einem Besuch des Ministerpräsidenten Anfang 2014 in Kaufbeuren. Innerstädtische Nahziele seien die Sanierung der Fußgängerzone und die Fortsetzung der Verbesserung der Bodenbeläge beispielsweise im Rosental und der Kaiser-Max-Straße. An die Osttangente müsse man „ran“ und im Bereich Breitbandversorgung gebe es bald einen Pressetermin mit der Telekom.

Mit diesem Abend gab Stephan Stracke als Ortsvorsitzender auch den Startschuss für den Kommunalwahlkampf 2014. Die Stadtratskandidaten der CSU werden auf einer eigenen Veranstaltung am 21. November gewählt.