08.10.2013
WK

MdB Stracke besucht Botschafter-Betrieb für die Landwirtschaft in Nesselwang

Nesselwang – 300.000 landwirtschaftliche Betriebe und 12,5 Millionen Rinder gibt es in der ganzen Bundesrepublik. Ein Betrieb mit 70 Kühen davon ist der Bauernhof der Familie Kögel in Nesselwang. Die Besonderheit des landwirtschaftlichen Betriebes, der seit 1740 im Familienbesitz ist: Es handelt sich um einen Botschafter-Betrieb für die Landwirtschaft im Landkreis Ostallgäu. Kürzlich suchte der CSU-Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke das Gespräch mit der Familie. Begleitet wurde er dabei von Thomas Kölbl, Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) Kaufbeuren-Ostallgäu.

Regelmäßig statten dem Landwirt Hubert Kögel interessierte Besucher - Touristen, aber auch Allgäuer oder Kindergartengruppen aus der Region - einen Besuch ab, um einen „Blick hinter die Scheunentür“ zu werfen, so Kögel. „Es ist wichtig, dass wir die Hoftüren weit öffnen. Denn nur auf diese Weise kann aktive Verbraucheraufklärung erfolgen“, so Stracke und führte aus: „Das Allgäu ist die Top-Tourismusregion in ganz Deutschland und dies gilt es auch an Hand der Allgäu-Marke deutschlandweit zu etablieren.“ 25.000 bis 30.000 Produkte sind im Durchschnitt in deutschen Supermärkten zu finden. Ein konkretes Allgäu-Logo für Käse oder Milch sei wichtig, strich Kölbl heraus. „Denn nach welchen Kriterien kaufe ich denn ein?“, fragte Kölbl und antworte zugleich: „Ich greife zu dem Käse, den ich in meinem letzten Urlaub im Allgäu gegessen habe und der so gut geschmeckt hat.“ Die Verknüpfung von Urlaub, Allgäu und den Lebensmitteln, die aus dieser Region stammen, „müssen wir einfach noch viel stärker herausarbeiten“, hob Stracke hervor.

Neben einer Etablierung einer Kennzeichnung für Lebensmitteln aus dem Allgäu, tauschte sich der Bundespolitiker auch mit Kögel und Kölbl über den Strukturwandel in der Landwirtschaft sowie über die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) bis 2020 aus. Fest steht für Kögel, dass „der Strukturwandel immer weitergehen wird und er wichtig ist“. „In den 50iger Jahren versorgte ein Landwirt durchschnittlich zehn Menschen, heute sind es mehr als 130“, verdeutlichte Stracke. Aus diesem Grund müsse man als Landwirt immer am Ball bleiben und „ständig investieren“, betonte BBV-Geschäftsführer Kölbl. Im Jahr 2006 habe die Familie Kögel deshalb ihren Betrieb umstrukturiert und einen Melkroboter sowie einen Spaltenreinigungsroboter für den Laufstall angeschafft. Zudem setzt Hubert Kögel auf Photovoltaik. Eine solche Anlage habe jedoch weder für den Landwirt noch für Bundespolitiker Stracke etwas auf der „freien Fläche zu suchen, sondern gehört aufs Dach“. „Der Druck auf die Fläche darf nicht weiter erhöht werden. Deshalb war es wichtig, dass wir diesen Grundsatz im Gesetz verankert haben“, so Stracke. Wichtig sei Kögel für seinen Hof, „dass wir nicht größer werden, sondern in der Größe noch besser werden“. „Ich bin der festen Überzeugung, dass die Zukunft auch weiterhin unseren bäuerlichen Familienbetrieben gehört. Diese gilt es daher weiter zu stärken und ihnen Entwicklungsperspektiven sowie finanzielle Stabilität zu bieten“, so Stracke abschließend.
MdB Stephan Stracke, Hubert Kögel und BBV-Geschäftsführer Thomas Kölbl.

MdB Stephan Stracke, Hubert Kögel und BBV-Geschäftsführer Thomas Kölbl.