01.10.2013
WK

Dr. Theo Waigel spricht in Kaufbeuren

„Zuhören, verstehen, handeln“

Bundesfinanzminister a.D. spricht auf Einladung von MdB Stracke in Kaufbeuren

Kaufbeuren – „Wenn Dr. Theo Waigel kommt, dann ist es auch immer ein Ereignis“, kündigte CSU-Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke in seiner Begrüßungsrede den Bundesfinanzminister a.D. an. Kein anderer schaffe es besser, „Zukunfts- und Lebensperspektiven zu vermitteln als er“, führte Stracke aus. Dr. Waigel war einer Einladung des Bundestagsabgeordneten sowie des CSU-Ortsverbandes Kaufbeuren in den Kolpingssaal gefolgt. Rund 120 Gäste lauschten dem Vortrag „Wahlen in Deutschland: Bedeutung für Deutschland und Europa“ des früheren Bundesfinanzministers.

Seine 30 Jahre im Deutschen Bundestag haben ihn nachhaltig geprägt. Vor allem seine Zeit als Bundesfinanzminister sei „sehr bewegend und prägend“ gewesen. „Nur mit einer starken CDU/CSU kann Frau Merkel nicht regieren“, strich Dr. Waigel gleich zu Beginn heraus und führte aus: „Das Wechselspiel zwischen Regierung und Opposition muss einfach stimmen.“

Wesentliches Thema seines Vortrages war an dem Abend der Euro. Der 74-Jährige betonte: „Es war richtig, viel Geld in die Hand zu nehmen und zu investieren, um die Euro-Krise abzufedern. Denn wenn wir einfach nur zugeschaut hätten, dann wäre uns dies sehr, sehr teuer gekommen.“ Eines müsse jedoch klar sein – Hilfe kann es nur unter ganz konkreten Bedienungen geben. So tue beispielsweise Irland alles dafür, „um ihr verqueres Bankensystem wieder in Ordnung zu bringen. Und sie werden es schaffen“, ist sich der Bundesfinanzminister a.D. sicher.

Ganz klar stehe Dr. Waigel nach wie vor hinter dem Euro. „Nicht der Euro ist schuld, dass es zu einer Finanz- und Bankenkrise gekommen ist, sondern die Länder selbst, haben über ihre Finanzen gelebt und dadurch die Krise herbeigeführt.“ Eine deutliche Absage erteilte der Bundesfinanzminister a.D. einer Vergemeinschaftung von Schulden. „Dies ist der falsche Weg.“ Die Arbeit des Deutschen Bundestags, aber auch die der anderen europäischen Parlamente müsse von dem Dreiklang „zuhören, verstehen, handeln“ geprägt sein, betonte Bundestagsabgeordneter Stracke. Und Dr. Waigel ergänzte: „Bayern ist meine Heimat. Deutschland ist mein Vaterland und Europa ist die Nachbarschaft, die wir brauchen.“ Aus diesem Grund müsse sich die Politik mit Leidenschaft für Deutschland einsetzen, aber mit Blick auf ganz Europa, so Stracke abschließend.

Im Anschluss nutzen die Zuhörer des Vortrages die Möglichkeit, um Fragen zu stellen und mit dem Bundesfinanzminister a.D. zu diskutieren.

MdB Stephan Stracke und Bundesfinanzminister a.D. im Gespräch mit Filmproduzent Leo Hiemer.

MdB Stephan Stracke und Bundesfinanzminister a.D. im Gespräch mit Filmproduzent Leo Hiemer.

MdB Stephan Stracke und Dr. Theo Waigel.

MdB Stephan Stracke und Dr. Theo Waigel.

Dr. Theo Waigel, Bundesfinanzminister a.d:, spricht in Kaufbeuren.

Dr. Theo Waigel, Bundesfinanzminister a.d:, spricht in Kaufbeuren.