19.09.2013
WK

Ein Begegnungsort für Kinder und Familien - Stephan Stracke MdB informiert sich im Familienzentrum St. Magnus in Marktoberdorf

„Hand in Hand – Miteinander, füreinander, voneinander“, so lautet der Leitgedanke des Familienzentrums St. Magnus in Marktoberdorf. Was dies genau bedeutet und was die Besonderheit des Zentrums ausmacht, darüber informierte sich CSU-Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke in einem Gespräch mit der Leiterin der Einrichtung, Caroline Gehring, der Koordinatorin für das Familienzentrum, Hilde Beck-Held, sowie engagierten Eltern. Das Zentrum bietet eine Kita- und Schulbetreuung für insgesamt 125 Kinder von 2-10 Jahren. Dabei haben rund ein Drittel der Kita-Kinder und etwa die Hälfte der betreuten Schulkinder einen Migrationshintergrund. Diese besondere Herausforderung sind die Verantwortlichen des Zentrums mit viel Engagement angegangen.

So ist das Familienzentrum einerseits Schwerpunkt-Kita für Sprache und Integration. Es steht eine aus Bundesmitteln geförderte zusätzliche Fachkraft zur Verfügung, die ausschließlich Aufgaben der Sprachförderung übernimmt. Dabei wird die jeweilige Muttersprache der Kinder unterstützt und der Erwerb der deutschen Sprache durch gezielte Angebote, z.B. Sprachspiele und Sprachprojekte oder das Vorlesen von Büchern, gefördert. Auf Nachfrage Strackes erläuterte Leiterin Gehring, dass das Vorlesen das Hörverständnis der Kinder fördere. Das gelinge selbst dann, wenn das Buch in einer fremden Sprache vorgelesen werde. "Zudem motiviert das Vorlesen auch die Mütter. Viele wachsen daran, deutsch zu sprechen", erläuterte sie den doppelten Erfolg.

Außerdem ist das Familienzentrum Modellstandort des Bundesprogramms "Elternchance ist Kinderchance". Ziel dieses Projektes ist die Begleitung der ganzen Familie und die Stärkung der Eltern bei der Förderung ihrer Kinder. "Bei uns stehen nicht nur die Kinder im Mittelpunkt, sondern die ganze Familie. Faire Chancen für Kinder sind eng mit einer frühen Förderung durch die Eltern verknüpft. Durch die Einbeziehung der Eltern in unsere Arbeit geben wir ihnen mehr Sicherheit dabei", erläuterte Koordinatorin Beck-Held den Ansatz. "Ganz wichtig ist dabei der gegenseitige Respekt. Wir lassen die jeweiligen Lebensmodelle der Familien stehen und geben jedem das Gefühl, dass er so sein kann, wie er ist", ergänzte Gehring.

Dies sahen auch die anwesenden Eltern so. Als Schlüssel des großen Erfolges bezeichneten sie das Elterncafé. "Es ist das Herzstück und dient als Türöffner", so eine begeisterte Mutter. Hier würden sich die Eltern treffen und könnten sich austauschen. Viele gemeinsame Aktivitäten würden sich aus diesen Begegnungen ergeben. So beruhen z.B. die russischen, türkischen oder chinesischen Kochkurse oder die Zumba- oder Pilates-Kurse alleine auf den Anregungen der Eltern.

Stracke zeigte sich sehr beeindruckt von dem Engagement aller Beteiligten. "Sie stehen hier vor nicht ganz einfachen Herausforderungen und übernehmen Verantwortung. Die aktive Miteinbeziehung der Eltern ist der absolut richtige Ansatz. Dabei schaffen sie ein Klima der Wertschätzung gegenüber den Kindern, den Eltern, aber auch gegenüber den Mitarbeiterinnen des Hauses. Genau so muss es sein", erklärte Stracke.

Sorgen bereitete den Verantwortlichen, dass die finanziellen Förderungen durch den Bund 2014 auslaufen würden und völlig offen sei, wie es danach weitergehe. Stracke erläuterte, das der Bund solche Projekte nicht dauerhaft fördern dürfe, selbst wenn sie wie in Marktoberdorf sehr erfolgreich seien. Dies liege laut Stracke am Föderalismus. Sachlich zuständig seien ausschließlich die Länder. Der Bund dürfe daher nur Modellprojekte mit begrenzter Laufzeit fördern. „Hier in Marktoberdorf gelingt vieles, was miteinander angepackt wird. Deshalb ist eine verlässliche Anschlussförderung in welcher Zuständigkeit auch immer notwendig“, erklärte Stracke. Hierfür werde er sich in München und Berlin einsetzen, versprach Stracke.
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