18.12.2020

6.000 Euro für das Projekt „Klosterschreiber“

Irsee/Ostallgäu. Einen Scheck in Höhe von 6.000 Euro hatte der Allgäuer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) symbolisch im Gepäck, als er jetzt die Schwabenakademie in Irsee besuchte. Diese Fördersumme aus dem Sonderprogramm des Bundes "Und seitab liegt die Stadt" erhielt die Ostallgäuer Bildungseinrichtung für ihr Projekt „Klosterschreiber“, das im kommenden Frühling verwirklicht werden soll.

Die Schwabenakademie Irsee nahm im Jahr 1982 ihre Arbeit auf. Sie hat ihren Sitz im Schwäbischen Bildungszentrum Irsee. Die Akademie sieht sich der Erwachsenenbildung verpflichtet und ist Mitglied im Bayerischen Volkshochschulverband. Getragen wird sie gemeinsam vom Bezirk Schwaben und vom Schwäbischen Volksbildungsverband. „Als Akademie im neuzeitlichen Sinn des Wortes ist unsere Akademie eine Einrichtung zur Förderung von Bildung und Kunst einerseits, von Wissenschaft und Forschung andererseits. Wesentliches Strukturprinzip ist der Dialog: ein geistiger Austausch, der alle Gebiete der Kultur umfasst“, erläuterte Dr. Markwart Herzog, der Direktor der Schwabenakademie, die Ziele seiner Bildungseinrichtung.

„Ihr reiches und engagiertes Veranstaltungs- und Seminarprogramm ist weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt. Nicht nur in Bayerisch Schwaben, sondern in ganz Deutschland wird die Schwabenakademie wahrgenommen. Wissenschaftliche Konferenzen oder auch der Schwäbische Kunstsommer stoßen gar auf internationale Resonanz. Auch überregionale Medien berichten regelmäßig von der Schwabenakademie Irsee. Ihr Wirkkreis ist weitreichend“, lobte Stracke das ausgezeichnete Angebot der Akademie.

Gemeinsam mit Studienleiterin Dr. Sylvia Heudecker zeigte sich Dr. Herzog hocherfreut über die nun erhaltenen Fördermittel des Bundes. Damit könne in 2021 ein Projekt realisiert werden, mit dem man in Irsee schon lange liebäugelt und das bereits seit drei Jahren intensiv geplant werde, berichtete Dr. Heudecker im Gespräch mit dem Abgeordneten. Der Autor Roman Ehrlich wird in der Schwabenakademie in Schreibklausur gehen. Sechs Wochen lang lässt er sich im kommenden Frühjahr auf das Experiment „Writing under Observation“ ein und wird somit als „Klosterschreiber“ Teil eines einzigartigen wissenschaftlichen Projekts. Dabei können Studenten den Autor beim Schreiben beobachten, dürfen ihm beim kreativen Prozess über die Schulter blicken. Auf einem Online-Blog wird sich Ehrlich mit ihnen sowie seiner gesamten Leserschaft austauschen und sie in den Schreibprozess mit einbeziehen. Lesungen des Autors begleiten das Experiment und öffnen es zugleich einem größeren Publikum. Als universitäre Kooperationspartner ist es der Schwabenakademie gelungen, Prof. Dr. Klaus Wolf und Prof. Dr. Günther Kronenbitter von der Uni Augsburg und Dr. Kay Wolfinger von der Ludwig-Maximilians-Universität München zu gewinnen. Ehrlich hat bereits eine Reihe von Büchern veröffentlicht, darunter „Das kalte Jahr“ (2013), „Urwaldgäste“ (2014), „Das Theater des Krieges“ (2017, mit Michael Disqué), „Malé“ (2020). Ausgezeichnet wurde der Autor unter anderem mit dem Robert-Walser-Preis (2014) oder der Alfred Döblin-Medaille (2017). Im Jahr 2020 stand Ehrlichs aktueller Roman auf der Nominierungsliste zum Deutschen Buchpreis. In seiner Schreibklausur in Irsee wird er sich dem Thema „Landschaft“ widmen.

Das Förderprogramm »Und seitab liegt die Stadt« ist ein Projekt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Literarischen Colloquiums Berlin. Es fördert bundesweit literaturbezogene Veranstaltungen für Erwachsene, Jugendliche und Kinder in Orten mit weniger als 20.000 Einwohnern. Es wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms »Kultur in ländlichen Räumen«. Die Mittel stammen aus dem Bundesprogramm »Ländliche Entwicklung« des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Ziel ist es, die Literaturvermittlung zu stärken und möglichst vielen Menschen Möglichkeiten zu eröffnen, kulturelle und gesellschaftliche Debatten mitzugestalten.

„Das Projekt des Irseer Klosterschreibers fügt sich passgenau in die Förderziele dieses Bundesprogramms ein“, stellte Stracke abschließend fest. Er freue sich ganz besonders, dass 6.000 Euro aus dieser Bundesförderung nun an die Schwabenakademie gehen. „Ein reiches kulturelles Leben ist für die Attraktivität des ländlichen Raums von großer Bedeutung. Hier leistet die Schwabenakademie Irsee seit 38 Jahren hervorragende Arbeit. Sie erfährt mit dieser Förderung nun sehr konkret Wertschätzung und Anerkennung", betonte Stracke.

Einen Scheck in Höhe von 6.000 Euro hatte Stephan Stracke im Gepäck. Mit den Bundesmitteln kann das Projekt „Klosterschreiber“ verwirklicht werden. Darüber freuten sich besonders Dr. Sylvia Heudecker und Dr. Markwart Herzog.   Bildquelle: Abgeordneten-Bür

Einen Scheck in Höhe von 6.000 Euro hatte Stephan Stracke im Gepäck. Mit den Bundesmitteln kann das Projekt „Klosterschreiber“ verwirklicht werden. Darüber freuten sich besonders Dr. Sylvia Heudecker und Dr. Markwart Herzog. Bildquelle: Abgeordneten-Bür