Stracke diskutiert mit Berufsschülern in Kaufbeuren über Europas Zukunft und aktuelle Herausforderungen

Kaufbeuren/Berlin - Der Allgäuer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) tauschte sich im Rahmen des EU-Projekttages 2025 mit rund 50 Schülerinnen und Schülern der Staatlichen Berufsschule Kaufbeuren aus. Die Veranstaltung, die von Andreas Hindelang als zuständige Lehrkraft organisiert und von Schulleiter Bertram Knitl eröffnet wurde, stand ganz im Zeichen politischer Bildung und gelebter Demokratie.

Stracke sprach mit den Auszubildenden aus den Fachrichtungen Pflege, Industriemechanik, Schreinerei und Holztechnik über die gegenwärtigen großen politischen Herausforderungen. Die angespannte Lage in der Ukraine, die Entwicklungen im Iran, das Verhalten der USA unter Donald Trump, weltweite Flüchtlingsbewegungen und die Folgen für Sicherheit, Stabilität und Wohlstand waren zentrale Themen des Vormittags.

"Europa steht vor enormen Herausforderungen", so der Abgeordnete. "Deutschland muss deshalb innerhalb der Europäischen Union wieder eine führende Rolle einnehmen mit hoher Verantwortung, Augenmaß und klarer Haltung." Nur ein starkes Europa könne dauerhaft Frieden sichern, wirtschaftliche Stabilität gewährleisten und gemeinsame Antworten auf die globalen Krisen finden.

Mit Blick auf die jungen Auszubildenden betonte der Abgeordnete die Bedeutung beruflicher Bildung für die Zukunft Deutschlands. "Unternehmen suchen händeringend gut ausgebildete Fachkräfte. Sie haben deshalb alle Chancen, erfolgreich in den Beruf zu starten." Gleichzeitig warnte Stracke vor den Risiken einer sich zuspitzenden weltwirtschaftlichen Lage. Es brauche dringend eine wirtschaftspolitische Kehrtwende. Deutschland müsse wieder auf Wachstumskurs gebracht werden durch Investitionen, weniger Bürokratie, eine gezielte Industrie- und Mittelstandsförderung und eine stärkere wirtschaftliche Ausrichtung auch auf europäischer Ebene.

In der lebhaften Diskussion mit den Jugendlichen ging Stracke auch auf Fragen zur aktuellen Bundesregierung ein. Er würdigte die Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz und sprach sich für eine klare politische Kurskorrektur nach der Bundestagswahl aus. Ziel müsse es sein, Deutschland wieder voranzubringen - durch eine wachstumsorientierte Politik, die sich an Leistungsgerechtigkeit orientiert. Arbeit müsse sich wieder lohnen, betonte Stracke und sprach sich in diesem Zusammenhang für Steuererleichterungen und neue Anreize für Erwerbstätigkeit aus. Ebenso notwendig sei eine gute und verlässliche Gesundheitsversorgung, ein geordnetes und konsequentes Vorgehen in der Migrationspolitik sowie die Überarbeitung des Bürgergeldsystems mit stärkerem Fokus auf Eigenverantwortung und Arbeitsaufnahme.

Auf die Frage, wie er sich Deutschland in zehn Jahren vorstelle, zeichnete Stracke das Bild eines modernen, leistungsfähigen Staates, der sich von überbordender Bürokratie befreit hat und in dem digitale Prozesse zum Alltag gehören. Auch weitere aktuelle Themen kamen zur Sprache: Deutschlands Haltung im Ukraine-Krieg, die Diskussion um flexible Arbeitszeitmodelle, die Zukunft der Pkw-Maut sowie die Überlegungen zu einer möglichen Rückkehr zur Wehrpflicht oder einem verpflichtenden Gesellschaftsjahr. Stracke erläuterte in diesem Zusammenhang die Position der Union, die eine schrittweise Rückkehr zur Wehrpflicht in den Blick genommen hat. Zugleich warb Stracke für die Einführung eines "Gesellschaftsjahrs". Dieses Gesellschaftsjahr solle für junge Männer und Frauen gleichermaßen gelten und kann sowohl bei der Bundeswehr als auch im zivilen Bereich, etwa in Pflegeeinrichtungen, im Katastrophenschutz oder in sozialen Einrichtungen, abgeleistet werden. Ziel sei es, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und junge Menschen für gemeinschaftliches Engagement zu gewinnen.

Stracke zeigte sich am Ende des Schulvormittags beeindruckt von der regen Diskussion und vom Interesse der jungen Menschen an Politik: "Solche Gespräche sind das Fundament unserer Demokratie. Es ist wichtig, dass junge Menschen mitreden, sich eine Meinung bilden und sich mit unserem politischen System auseinandersetzen. Denn sie gestalten die Zukunft unseres Landes mit."