Zeichen des wehrhaften Staats

Kaufbeuren Zum ersten Mal seit seiner ständigen Einrichtung im April 2024 durch den Bundestag hat die Stadt Kaufbeuren den nationalen Veteranentag geplant und in einer eindrucksvollen Weise realisiert. Dazu bedurfte es einer beispielgebenden Kooperation von Stadt und der Arbeitsgemeinschaft ARG. Letztere ist die Dachorganisation für die verschiedenen Soldatenkameradschaften in Kaufbeuren und Umgebung.

Sie koordiniert die Aktivitäten der einzelnen Gemeinschaften, damit auch die Zusammenarbeit mit der städtischen Verwaltung. Treffpunkt der Teilnehmer am Obstmarkt, gemeinsamer Zug mit den sechs Fahnenabordnungen in die Pfarrkirche St. Martin, Gottesdienst mit Stadtpfarrer Bernhard Waltner, Zug in die Kaiser-Max-Straße bis zum Rathaus, dort erste Feierstunde mit mehreren Hundert Zuhörern, stimmige Serenade durch die Musikkapelle Kemnat, gemütliches Beisammensein in der Kaiser-Max-Straße zum Abschluss – das war der Ablauf der Veranstaltung, die dem Beifall nach zu urteilen, bei der Bevölkerung gut angekommen ist. Im Zentrum der Feierstunde standen die Reden der politischen Vertreterin und Vertreter. Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse und Zweite Bürgermeisterin Julia von Stillfried, Bundestagsabgeordneter Stefan Stracke sowie Landtagsabgeordneter und stellvertretender Präsident des Soldatenbundes Bernhard Pohl sprachen sich unisono für eine Beibehaltung dieses Gedenktages aus.

Sie erhielten von Stadtpfarrer Bernhard Waltner im Voraus die nötige „Schützenhilfe“, der in seiner Predigt auf die aktuelle Lage im Ukrainekrieg zeigte und auf die Brüchigkeit von Frieden hinwies. Wo Menschen Brücken bauen, könne der Frieden wachsen. Der Frieden beginne schon im Kleinen. Friede muss geschützt werden und dazu brauche es Mut und Geduld. „Wofür ist eigentlich dieser Staat?“ Bosse beleuchtete diese gegenwärtig erkennbare negative Tendenz in der Wertung des Gemeinwesens. Der Staat sei unsere Gemeinschaft und die gelte es, zu schützen. Der Rathauschef hält den neuen nationalen Veteranentag als einen sinnvollen Gedenktag für alle aktiven und ehemaligen Soldatinnen und Soldaten. Und dieser Tag müsse auch in den Kommunen begangen werden. Kommunen seien die Keimzellen des Staates, „hier wurden schon immer die Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaften organisiert“. Als Beispiel nannte er die Feuerwehren als Pflichtaufgabe der Kommunen.

Der Kaufbeurer Veteranentag zeige, dass der Staat kein anonymes Gebilde sei und nur existieren könne, wenn sich Staatsbürger dafür einsetzen. Stracke meinte, es dürfe nicht bei dem Veteranentag bleiben, man müsse eine Veteranenkultur schaffen. Er sei beeindruckt, wie viele Städte und Gemeinden es dem Bundestag gleichtun und am selben Tag den nationalen Veteranentag begehen und deutschlandweit in die Fläche tragen. Auch Kaufbeuren setze ein starkes Zeichen und ein klares Signal an alle, die Bundeswehr-Uniform tragen oder getragen haben. Jede Soldatin und jeder Soldat trage die deutsche Flagge auf der Uniform. Sie tun das nicht für sich selbst, sondern für unser Land, so Stracke.