Wird Lamerdingen zum Sonderling im Ostallgäu? Darum wackelt das Hauptamt des Bürgermeisters

Lamerdingen. Ungewöhnlich voll war der Zuschauerraum bei der jüngsten Lamerdinger Gemeinderatssitzung. Dutzende Gäste hatten sich am Dienstagabend im Dorfhaus versammelt, um das Treffen zu verfolgen. Hintergrund des regen Interesses war insbesondere ein Tagesordnungspunkt: Es ging um die Vorbesprechung zu einem Antrag, bei dem das Amt des Bürgermeisters, das derzeit Manuel Fischer innehat, selbst im Fokus stand.

Konkret soll laut dem Antrag, der von neun der 14 Gemeinderäte ausging, in Lamerdingen ab der Kommunalwahl 2026 kein hauptamtlicher, sondern wieder ein ehrenamtlicher Erster Bürgermeister tätig sein. In der Sitzung sagte etwa Robert Sing dazu: Das Gremium habe nach nun fünf Jahren unter einem hauptamtlichen Rathauschef die Pflicht, zu überprüfen, ob sich die Erwartungen erfüllt haben. Er komme zu dem Schluss: „Das ist deutlich nicht der Fall.“ Der Blick auf die Entwicklung der Gemeinde habe den neuen Antrag zwingend nötig gemacht. Stefan Geirhos ergänzte: „Mir war es sehr wichtig, Bauland und Gewerbegebiet auszuweisen, das konnte nicht weiter vorangetrieben werden.“ Rückblickend sei die Entscheidung vor über fünf Jahren, auf einen hauptamtlichen Bürgermeister zu setzen, aus seiner Sicht ein Fehler gewesen.

Friedrich Heim berichtete, dass damals die Abstimmung schon nicht einstimmig gewesen sei. Mit neun zu drei Stimmen beschloss der Rat 2019 den Wechsel auf das Hauptamt. „Das war ein Blick in die Glaskugel“, sagte er und fragte: „Welchen Mehrwert hat diese Stellung?“ Er sehe in den vergangenen Jahren keine Projekte, die mit einem ehrenamtlichen Bürgermeister schlechter gelaufen wären. Winfried Magg sagte: „Es fehlen die Ergebnisse. Vielleicht hatten wir auch überzogene Erwartungen.“ Zudem sei das Ganze eine Frage des Geldes: Die Kosten für einen hauptamtlichen Rathauschef belaufen sich laut den Sitzungsunterlagen jährlich auf rund 143.000 Euro, bei einem ehrenamtlichen werden demnach etwa 85.000 Euro fällig.