Warum das Bürgerspital zur Baustelle wird

Füssen. Dank einer Stiftung von Anna und Konrad Borhoch finden seit dem 15. Jahrhundert alte Füssener eine Unterkunft im Bürgerspital. Die Einrichtung – ein soziales Wahrzeichen der Stadt - hat in ihrer langen Geschichte schon manchen Sturm überstanden. Jetzt ging es wieder um die Zukunft der Pflegeeinrichtung: Sie muss energetisch saniert werden.

Wie verwurzelt das Haus in Füssen ist, zeigte sich vor wenigen Jahren. Als unsere Zeitung Anfang 2007 über die drohende Schließung des Bürgerspitals wegen baulicher Probleme berichtete, brach in Füssen ein Proteststurm aus: In vielen Briefen kritisierten Leser die Schließung der Einrichtung. Ein Aktionskreis sammelte in kurzer Zeit weit über 2000 Unterschriften für den Erhalt des Pflegeheims. Die zum Teil sehr emotionalen Proteste zeigten Wirkung, eine Kehrtwende folgte: Die Stadt beschloss, Brandschutz-Auflagen für das alte Gebäude zu erfüllen, der Fortbestand war gesichert.

Heute beherbergt das Bürgerspital zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften mit 24 Wohnungen sowie eine Tagespflegeeinrichtung (15 Plätze). Und wieder muss baulich etwas getan werden. Bürgermeister Maximilian Eichstetter lud deshalb die Abgeordneten Stephan Stracke (Bundestag) und Andreas Kaufmann (Landtag) ins Bürgerspital, um sich dort mit Leiter Ferdinand Griesmann über die Zukunft der Pflegeeinrichtung auszutauschen.