Turbulente Kanzler-Wahl: „Ich bin fassungslos“

Allgäu. Mit Entsetzen haben Allgäuer CSU-Parlamentarier am Dienstag darauf reagiert, dass CDUChef Friedrich Merz bei der Kanzlerwahl im ersten Wahlgang durchgefallen und erst im zweiten Anlauf erfolgreich war: „Ich bin fassungslos. Das hat mit Verantwortung für unser Land nichts zu tun“, sagte der Ostallgäuer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke vor der zweiten Wahl. Erst da erhielt Merz in geheimer Abstimmung 325 Ja-Stimmen und damit neun mehr als die nötige Mehrheit von 316. „Auf dem Spiel stand nicht weniger als die Stabilität unseres Landes“, sagte Stracke nach dem holprigen Start erleichtert. „Mit unserem Land darf man so nicht umgehen.“

„Das Ausland schaut auf uns. Europa wartet auf unsere Führung. Und jetzt das“, reagierte der Memminger Klaus Holetschek, CSU-Fraktionschef im Landtag, ebenfalls vor der zweiten Abstimmung. Mit diesem Ausgang hatte er nicht gerechnet: „Ich war der Meinung, dass es im ersten Wahlgang funktioniert.“