Rund fünf Euro mehr für die Kiste Limo

Roßhaupten/Ostallgäu - Um zuckerhaltige Getränke ging es unlängst in Roßhaupten. Der Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) besuchte das Unternehmen FZ Getränke. Mit den Geschäftsführern Franz-Karl Zimmermann jun. sowie Christoph und Corina Zimmermann sprach er über die von der Bundesregierung geplante Abgabe auf zuckergesüßte Getränke. Damit will die Regierung Anreize schaffen, den Zuckergehalt zu verringern und zugleich bis zu 650 Millionen Euro Einnahmen für die gesetzliche Krankenversicherung erzielen.

Seit über 70 Jahren steht FZ Getränke für handwerklich gefertigte Limonaden. Aus einer kleinen Limonadenfabrik - 1953 in einer Waschküche gegründet – ist ein Familienunternehmen in dritter Generation mit rund 40 Beschäftigten und über 600 Kunden aus Einzelhandel und Gastronomie gewachsen.

Sorgen bereitet der Firma nun mangelnde Planungssicherheit. Wie bisher verlautete, soll die Abgabe gestaffelt werden. Nach den bisherigen Plänen bleiben Getränke mit weniger als fünf Gramm Zucker je 100 Milliliter abgabenfrei. Bei höherem Werten werden 26 bis 32 Cent pro Liter fällig. Zahlreiche Fragen zur Ausgestaltung seien jedoch offen. „Produktionsabläufe, Rezepturen, Etiketten, Warenwirtschaft und Lieferverträge lassen sich nicht innerhalb weniger Monate an neue Vorgaben anpassen“, machten die Geschäftsführer deutlich.

Bislang sei unklar, ob ausschließlich Zucker oder auch Zuckerersatzstoffe erfasst würden. Klärungsbedarf bestehe zudem bei Sirup sowie bei Fruchtsäften.

Anhand eigener Produkte verdeutlichten die Geschäftsführer die Auswirkungen: Je nach Zuckergehalt würde die Abgabe 2,80 bis 3,20 Euro netto je Kiste betragen. Einschließlich Handelsspanne und Mehrwertsteuer könnte sich der Verkaufspreis um rund fünf Euro je Getränkekiste erhöhen. Dies entspricht einer Preissteigerung von 50 Prozent durch die Zuckerabgabe.

Bundesweit gehören rund 2400 überwiegend mittelständische Unternehmen zur Erfrischungsgetränkewirtschaft. Gerade kleinere Betriebe könnten bürokratischen Aufwand deutlich schwerer auffangen als große Marktteilnehmer. Bei FZ Getränke befürchtet man zudem, dass Verbraucher angesichts höhere Preise in Grenznähe nach Österreich zum Einkaufen fahren. Stracke sagte zu, die Hinweise in die weiteren Beratungen in Berlin einzubringen.

„Die Erfahrungen aus der Praxis sind für die politische Beratung unverzichtbar.“ Wichtig sei ihm, die Auswirkungen auf mittelständische Unternehmen, Verbraucher und Grenzregionen sorgfältig zu bewerten. „Sollte es zu einer gesetzlichen Regelung kommen, brauchen unsere Betriebe ausreichend Zeit, sich darauf einzustellen“, heißt es in einer Pressemitteilung Strackes.