„Rettet die Clubkultur“

Marktoberdorf/Kaufbeuren. Eine richtig gute Party auf die Beine zu stellen, gehört zur Grundkompetenz eines Clubbetreibers. Doch es gibt Tage und Nächte, da ist Christian Raffler aus Marktoberdorf privat nicht zum Feiern zumute. Denn der Clubszene geht es nicht gut. „Erfahrene Diskothekenbetreiber und Nachtgastronomen bangen seit Jahren um ihre Existenz oder haben mittlerweile den Schlussstrich gezogen“, sagt Raffler, der mit Patrick Stroppel das „Glashaus“ in Kaufbeuren betreibt.

Die Gastronomie leidet nicht erst seit gestern. Raffler übernahm mit seinem Geschäftspartner Stroppel Anfang vergangenen Jahres den Club „Roundhouse“ am Graben und formte daraus das „Glashaus“. „Das erforderte Mut“, sagt er, „und wir haben es nicht bereut.“ Doch trotz großer Stammkundschaft zeigen sich dort wie in vielen Betrieben der Nachgastronomie die gleichen Entwicklungen. „Junge Leute treffen sich immer häufiger im virtuellen Raum“, sagt Raffler. Das Geld sitze nicht mehr so locker oder werde bei Großveranstaltungen ausgegeben. Der Clubbetreiber will aber nicht nur jammern, sondern machen. Deshalb fordert er die Politik auf, die Nachtgastronomie zu unterstützen. In einem Brandbrief an den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) und den Ostallgäuer Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke (CSU) schreibt er, dass die „Weggeh- und Clubkultur“ im Freistaat nicht zuletzt durch die anhaltenden Folgen der Corona-Pandemie und die stark eingebrochene wirtschaftliche Lage geschwächt worden sei.

Die Auswirkungen von Corona hat Christian Raffler am eigenen Leib erlebt. 2021 zogen er und Stroppel mit dem Papillon von Kempten nach Marktoberdorf. Die Betreiber arbeiteten hart und sanierten den neuen Standort in der Marktoberdorfer Schwabenstraße von Grund auf. Dass das Papillon von Kempten nach Marktoberdorf zieht, war nicht unbedingt geplant, aber absehbar: Der Vertrag mit den Pächtern der Immobilie lief im Juni dieses Jahres aus. So eine Veränderung gehöre in der Clubszene dazu. Die Gäste wollen immer wieder neu unterhaltenwerden, sagte Raffler damals.