„Realitätsfern und bürokratisch“

Ostallgäu - Die neue EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), ist aus Sicht vieler Waldbesitzer „realitätsfern und bürokratisch“. So jedenfalls schreibt es der Ostallgäuer CSU-Bundestagsabgeordnete in einer Pressemitteilung. Daher hatte er unlängst den Europaabgeordneten Markus Ferber ins Ostallgäu eingeladen, um sich mit Vertretern der Forstbesitzer und Holzvermarktern über die Folgen der Verordnung auszutauschen.

Bei dem Treffen waren Vertreter der Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) aus dem ganzen Allgäu dabei. Ebenso Andreas Täger als Geschäftsführer des Allgäu-Holz Markenverbandes, in dem die Allgäuer Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse kooperieren.

Die EUDR will den weltweiten Verlust von Wäldern stoppen. In der globalen Betrachtung sei das auch sinnvoll, fasst Stracke ein Ergebnis des Treffens zusammen. Dafür sorgten vor allem Produkte wie Palmöl, Soja, Kaffee, Fleisch und spezielle Holzarten. Forstexperte Täger betont jedoch, dass es in Deutschland keine Entwaldung (Umwandlung Wald in landwirtschaftlich genutzte Flächen) gebe, da diese durch Gesetze eindeutig verboten sei. Die Waldbesitzer fordern deshalb eine sogenannte Null-Risiko-Kategorie für Deutschland. Das bedeutet: Da hierzulande keine Entwaldung stattfindet, sollen Waldbesitzer keine zusätzlichen bürokratischen Nachweise erbringen müssen.

Die Europäische Volkspartei (EVP) im Europaparlament hat bereits erreicht, dass das Inkrafttreten der Verordnung um ein Jahr auf den 30. Juni 2026 verschoben wurde. Weitere Vereinfachungen wie die geforderte Null-Risiko-Kategorie scheiterten allerdings bislang am Widerstand der Regierungen der Mitgliedsländer, allen voran die damalige deutsche rot-grüne Regierung. „Die erzielte Fristverlängerung müssen wir jetzt unbedingt nutzen, um die Verordnung doch noch praxisnah und bürokratiearm anzupassen“, betonten Stracke und Ferber.

Täger zeigte anhand konkreter Beispiele, wie groß der Mehraufwand durch die EUDR für die Waldbesitzer wäre. Jeder Holzeinschlag müsste mit Geodaten, Parzellenangaben und Sorgfaltserklärungen dokumentiert werden. Der Aufwand würde Kleinwaldbesitzer überfordern und die unterstützenden FBG enorm zeitlich binden. Dies bringe aber keinerlei Mehrwert, da die heimischen Wälder bereits vor Entwaldung geschützt seien. „Bürokratie ohne praktischen Nutzen, das ist blanker Irrsinn“, bekräftigte Täger.