„Herz und Verstand haben gekämpft“

Marktoberdorf/Ostallgäu - „Die Vernunft hat gesiegt“: Als Landrätin Maria Rita Zinnecker diese Worte am Freitagabend bei der Kreisdelegiertenversammlung der CSU sagt, blickt sie in zahlreiche vertraute Gesichter. Da sitzt Lars Leveringhaus, ihr Stellvertreter. Da sitzt Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke. Da sitzen Stefan Bosse und Andreas Kaufmann - kurzum Menschen, die Zinnecker in ihren elf Jahren als Ostallgäuer Landrätin eng begleitet haben. „Ja, ich habe mich entschieden“, sagt Zinnecker zu ihnen. „Meine Leidenschaft, mein Herz und mein Verstand haben miteinander gekämpft. Doch ich habe entschieden, mich nächstes Jahr nicht mehr zur Wahl zu stellen.“

Die Nachricht, dass Landrätin Zinnecker bei der Kommunalwahl 2026 nicht mehr kandidiert, hatte bereits Tage zuvor für eine Überraschung gesorgt. Parteiintern war man gut vorbereitet. Bereits wenige Minuten nach der offiziellen Erklärung Zinneckers veröffentlichte der Ostallgäuer Kreisvorstand eine Pressemitteilung: Die CSU wolle auf jeden Fall den Kandidaten oder die Kandidatin für Zinneckers Nachfolge stellen, hieß es. Unter diesen Vorzeichen kamen nun die Kreisdelegierten in Leuterschach zusammen. Auf der Agenda stand unter anderem die Neuwahl des Kreisvorsitzenden (wir berichteten). Lars Leveringhaus hatte sein Amt zur Verfügung gestellt. „Es ist kein Umbruch, sondern eine Weiterentwicklung“, betonte er. Die CSU wolle mit Andreas Kaufmann als neuem Kreisvorsitzenden stark in die Wahl starten - in eine Wahl, mit der Zinneckers Zeit als Landrätin zu Ende geht.

„Man kann Deine bisherigen elf Jahre nicht hoch genug würdigen“, sagte Lars Leveringhaus zu Zinnecker. Und: „Wir haben tiefes Verständnis für Deine Entscheidung.“ Dann trat Zinnecker ans Mikrofon. Keine halbe Stunde zuvor hatte sie noch eine Rede bei dem Eröffnungskonzert des KammerchorWettbewerbs im Modeon gehalten. „Heute mache ich das, was ich die letzten Jahre nie gemacht habe: Veranstaltungs-Hopping.“ Die Kreisdelegiertenversammlung war zuletzt terminiert worden. „Gleichwohl bin ich selbstverständlich hier.“