Gemeinde wegen Arrow Hilfe zugesagt

Friesenried „Wir wurden völlig ignoriert“: Das sagt Bernhard Huber, Bürgermeister der Ostallgäuer Gemeinde Friesenried. Er und die Bewohner hätten früher darüber informiert werden müssen, dass am Rande der Gemeinde ein Teil des Raketen-Abwehrsystems Arrow aufgebaut wird, kritisierte Huber kürzlich in einem Interview mit unserer Redaktion. Er hätte sich von den beiden Allgäuer Politikern Stephan Stracke und Bernhard Pohl gewünscht, dass sie schon vor einigen Monaten Kontakt mit ihm aufgenommen hätten.

Er könne das „absolut nachvollziehen“, sagt Bernhard Pohl (Kaufbeuren), stellvertretender Fraktionschef der Freien Wähler im Landtag. „Ich hätte das auch gern getan.“ Er habe erst Ende November 2025 im Haushaltsausschuss des Landtags vom geplanten Standort erfahren. Und da diese Sitzung als geheim eingestuft worden sei, habe er eine bereits vorbereitete Pressemitteilung nicht abschicken dürfen. Bis heute gelte der Geheimhaltungsbeschluss. Verstoße er dagegen, mache er sich strafbar, sagt Pohl. Er habe Friesenried volle Unterstützung zugesagt, versichert der Abgeordnete. Vor allem, wenn es um die Trinkwasserversorgung gehe. Durch den Bau des Arrow-Radars wird eine der Quellen zerstört. Er werde sich dafür einsetzen, dass der Bund die Gemeinde „in vollem Umfang, rasch und unbürokratisch“ entschädigen wird. „Die Stationierung des Raketen-Abwehrsystems ist eminent wichtig, es darf aber auf gar keinen Fall zu Lasten der Gemeinde gehen.“ So wie er für die Stationierung von Arrow gekämpft habe, „werde ich mich nun auch für die Belange der Gemeinde Friesenried einsetzen“.

Er könne die Verärgerung in dem Ort nachvollziehen, sagt auch der Ostallgäuer CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke. „Die Einbindung von Friesenried durch die Bundeswehr und den Freistaat Bayern erfolgte sicherlich nicht optimal.“ Allerdings hätten beide stets auf Geheimhaltung gepocht.

Als Bundestagsabgeordneter habe er sich dafür eingesetzt, dass Militär und Staatskanzlei dennoch informieren müssen, sagt Stracke. Auf sein Drängen hin habe es am 18. Juni ein erstes Gespräch mit dem Bürgermeister gegeben. Er und Huber hätten dann mit Bundeswehr und Staatskanzlei vereinbart, dass es eine Bürgerversammlung zum Thema Arrow geben muss. Sie fand am 22. Juli statt (wir berichteten). „Mein Austausch mit dem Bürgermeister (…) war und ist stets vertrauensvoll und verbindlich.“ Jetzt sei es wichtig, die Gemeinde bestmöglich einzubinden: „Von der konkreten Planung über die Bauphase bis hin zum Betrieb“, sagt Stracke. Alle Fragen, Sorgen und Anregungen aus der Bürgerschaft müssten aufgenommen und rasch beantwortet werden. Das habe die Bundeswehr auch zugesagt.