Entlastung für Tourismus-Betriebe

Schwangau Schon als Bub machte er mit seiner Familie Ferien auf dem Bauernhof im Allgäu. Nun überzeugte sich Michael Ploß (CDU) erneut davon, dass es eine „super Region“ ist: Der 41-Jährige aus Hamburg ist Tourismus-Koordinator der Bundesregierung. Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke (CSU) traf er sich in Schwangau zum Austausch mit Allgäuer Expertinnen und Experten aus Hotellerie, Gastronomie, Bergbahnen und Tourismus. Von ihnen erfuhr er, was in der regionalen Branche läuft, aber auch, wo der Schuh drückt.

Eine Sorge ist etwa, dass die Tourismusförderung in Zeiten knapper werdender kommunaler Kassen in manchen Orten zurückgefahren werden könnte. Sie ist nämlich keine verpflichtende Aufgabe, sondern eine freiwillige. Dabei ist der Tourismus von zentraler Bedeutung in der Region. Allein im Ostallgäu hat er 13.000 direkte und indirekte Beschäftigte. Darüber hinaus erhöht er die Lebensqualität, sagte Sebastian Gries, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ostallgäu. „Tourismusentwicklung ist regionale Entwicklung.“ Und davon profitierten auch Einheimische. Etwa von intakten Wanderwegen oder Freizeit- und Kulturmöglichkeiten. Doch wie kann die Politik den Tourismus stärken?

Lob gab es für die Mehrwertsteuerreduzierung (auf 7 Prozent) in der Gastronomie, die der Bundestag Anfang des Jahres beschlossen hat. „Das war richtig und wichtig. Eine bessere Förderung gibt es nicht“, sagte der Schwangauer Tourismusdirektor Florian Hoffrohne. Ploß versprach weitere Erleichterungen für die Betriebe. Beispielsweise durch das neue Arbeitszeitgesetz: Eine wöchentliche statt eine tägliche Höchstarbeitszeit soll mehr Spielraum für Spitzen schaffen, an denen viel Arbeit ansteht und Personal gebraucht wird. Zudem soll der Bürokratieabbau vorangetrieben werden. So soll jede vierte Dokumentationspflicht künftig entfallen, heißt es in den Beschlüssen der Koalition. „Sehr viele Tourismusbetriebe werden merken, wie sie entlastet werden“, sagte Ploß. Über die Digitalisierung von Visaverfahren sollen ausländische Arbeitskräfte leichter gewonnen werden können. Zudem sei für die Betriebe wichtig, dass die Minijobs erhalten bleiben.