Bund setzt Rotstift bei Deutschkursen an
Kempten - Manche Erwachsene in diesem Kurs an der Kolping-Akademie in Kempten haben Probleme, mit einer Schere zu schneiden. Andere können in ihrer Muttersprache nicht schreiben und lesen – geschweige denn auf Deutsch. Denn sie haben es nie gelernt. Im „Alphakurs“ sitzen an diesem Morgen sechs Menschen, die sich in Deutschland integrieren wollen oder müssen. Manche von ihnen sind freiwillig hier, andere hat etwa das Jobcenter zu diesem Seminar verpflichtet. Eigentlich sollten hier doppelt so viele Migranten sitzen und lernen. Doch weil das Bundesamt für Migration (Bamf) kaum noch Berechtigungen für solche Kurse ausgibt, fehlen Teilnehmer, die dafür schon angemeldet waren. „Wir haben schon Menschen ohne aktuellen Berechtigungsschein wieder nach Hause schicken müssen“, sagt Maja Schill. Sie leitet an der Kolping-Akademie in Kempten die Integrationskurse. An deren Ende steht nach einigen Jahren das Sprachniveau B1, also mittleres Niveau. Gerade verbringt Schill viel Zeit am Computer. Sie will unbedingt eine Lösung finden, wie sie die Kurse voll bekommen kann, damit sie weiterhin stattfinden. Kolping arbeitet nicht gewinnorientiert. Doch eine Mindestteilnehmerzahl sei notwendig, damit die Kosten gedeckt werden, erläutern Schill und ihre Kaufbeurer Kollegin Constanze Heppner im Gespräch.
Angesprochen auf den nun harten Kurswechsel seines Parteikollegen Alexander Dobrindt, sagt der Ostallgäuer CSU-Abgeordnete Stephan Stracke: „Für uns als CSU gilt: Die beste Integration ist Arbeit.“ Wer schnell in Beschäftigung komme, lerne die Sprache oder gesellschaftliche Regeln nachhaltiger. Dass Integrationskurse notwendig sind, sei aber ebenso klar. Doch es müssten jetzt Prioritäten gesetzt werden. Eine „Haushaltsdisziplin“ sei notwendig, damit der Staat handlungsfähig bleibe. Integrationskurse sollten deshalb auf Menschen beschränkt werden, die eine realistische Bleibeperspektive haben.
Angesprochen auf den nun harten Kurswechsel seines Parteikollegen Alexander Dobrindt, sagt der Ostallgäuer CSU-Abgeordnete Stephan Stracke: „Für uns als CSU gilt: Die beste Integration ist Arbeit.“ Wer schnell in Beschäftigung komme, lerne die Sprache oder gesellschaftliche Regeln nachhaltiger. Dass Integrationskurse notwendig sind, sei aber ebenso klar. Doch es müssten jetzt Prioritäten gesetzt werden. Eine „Haushaltsdisziplin“ sei notwendig, damit der Staat handlungsfähig bleibe. Integrationskurse sollten deshalb auf Menschen beschränkt werden, die eine realistische Bleibeperspektive haben.