Bahnhofs-Chaos unter dem Brennglas

Kaufbeuren Das Debakel um den barrierefreien Umbau des Kaufbeurer Bahnhofs erreicht nun eine politische Dimension. Der Allgäuer CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke hakte bei der Deutschen Bahn zu den Hintergründen der Pannenserie nach. Der Konzern reagierte darauf mit einem Antwortenkatalog, der unserer Redaktion vorliegt. Am Dienstag hatte die Bahn überraschend mitgeteilt, dass die Arbeiten voraussichtlich erst 2028 und nicht wie geplant Ende 2026 abgeschlossen werden.

Fahrgäste müssen also weiterhin mit massiven Einschränkungen rechnen. Als Gründe für die Verzögerungen werden unter anderem „deutlich anspruchsvollere Baugrundverhältnisse“ als zunächst angenommen und Probleme mit der Planungsfirma genannt. Warum der Projektablauf stockt: Die bisherige Terminplanung mit dem barrierefreien Ausbau in 2026 basierte laut Bahn auf der Annahme, dass die Ausführungsplanung fristgerecht und in der erforderlichen Qualität vorliegt, die notwendigen Freigaben rechtzeitig erteilt und die Bauschritte ohne größere Umplanungen umgesetzt werden können. „Diese Voraussetzungen waren im weiteren Projektverlauf leider nicht vollständig gegeben“, heißt es. Zudem seien die Planungspannen nicht isoliert zu betrachten, sondern hätten sich teilweise gegenseitig verstärkt und Bauphasen innerhalb der festen Zeitfenster durcheinandergebracht.