Auflagen machen Bauern zu schaffen

Im Rahmen einer Höfe-Rundfahrt schildern Ostallgäuer Landwirte dem Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke ihre Sorgen. Ganz oben auf der Wunschliste: Planungssicherheit.

Schwangau/Pfronten – Der Allgäuer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) tauschte sich im Rahmen einer Höfe-Rundfahrt mit Landwirten undVertretern des Bayerischen Bauernverbandes Ostallgäu über die derzeit größten Anliegen und Herausforderungen für die regionalen Milchviehbetriebe aus. Ihm liege der Austausch mit den Landwirten insbesondere vor dem Hintergrund der geplanten Erneuerung des Tierschutzgesetzes durch die Ampel besonders am Herzen, erklärte Stracke zu Beginn der Tour.

Wie sich die Kombinationshaltung von Milchvieh gestaltet, davon überzeugte sich der Abgeordnete bei der ersten Station der Höfe-Rundfahrt. Der Betrieb der Familie Mitzdorf in Schwangau ist ein ganz besonderes Beispiel dieser Haltungsform, die grundsätzlich vorsieht, dass die Tiere mindestens 120 Tage pro Jahr Bewegung beispielsweise auf der Weide haben. 

Während die Rinder der Familie Mitzdorf im Winter im Stall in der Ortsmitte untergebracht sind, ziehen sie sobald es die Witterung zulässt auf die Sommerweide mit eigenem Stall. Den Hochsommer verbringen sie dann auf der Alm. Damit wäre es schnell vorbei, sollte das von Landwirtschaftsminister Özdemir geplante Verbot der Anbindehaltung kommen. Denn einen neuen Laufstall zu bauen, rentiert sich für die Familie nicht. Der benötigte Platz für einen solchen Stall am bisherigen Standort in der Ortsmitte ist überdies nicht vorhanden. Die hohen Investitionskosten stellen ein weiteres Hindernis dar.

Die Landwirte machten im Gespräch deutlich, dass die Anbindehaltung allerdings auch im Allgäu auslaufe. „Selbstverständlich entspricht eine reineAnbindehaltung nicht mehr unserem Verständnis von Tierwohl. Mit der Kombinationshaltung haben wir jedoch einen Kompromiss, der gerade bei den kleineren Betrieben in unserer Region so noch Anwendung findet. Wenn die Tiere in den Sommerhalbjahren monatelang auf den Weiden und Almen stehen, geht es ihnen sicher nicht schlechter als den Tieren in den großen Laufställen“, so die Landwirte. Seit vielen Jahren würden keine Förderungen mehr für Anbindeställe erteilt. Dies sei auch richtig so. Ein regelndes Eingreifen der Politik, wie dies die Ampel vorsehe, würde diese Haltungsform aber auf einen Schlag beenden und das Aus für die zumeist älteren Landwirte bedeuten.