800 weitere Soldaten und der Weltraum

Kaufbeuren Die militärische Nutzung des Weltraums, hunderte zusätzliche Soldaten: Der Fliegerhorst in Kaufbeuren bietet noch viele Optionen, sagt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. War 2011 noch geplant, den Bundeswehrstandort zu schließen, soll er nun massiv modernisiert und ausgebaut werden. Ein erster Schritt ist am Dienstag während einer Pressekonferenz vorgestellt worden: Die Radar-Einheit des Raketen-Abwehrsystems Arrow soll in der Nähe der Stadt aufgebaut werden (wir berichteten). Damit ist das Allgäu ein Teil der Nato-Luftverteidigung.

Ein weiterer Schritt für den Fliegerhorst könnte ein zusätzliches Abwehrsystem sein: Iris-T. Im Gegensatz zu Arrow, das in einer Höhe von über 100 Kilometern und einer Reichweite von bis zu 2400 Kilometern feindliche Geschosse abfangen kann, schützt Iris-T die direkte Umgebung. Die Raketen fliegen bis zu 20 Kilometer in die Höhe und 40 Kilometer weit. Der Inspekteur der Luftwaffe, Holger Neumann, wollte am Dienstag auf unsere Frage nicht bestätigen, dass auch dieses System im Allgäu angesiedelt wird. Der Ostallgäuer CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke hingegen sagt: Es wird derzeit geprüft, ob Iris-T kommt. Er werde sich dafür einsetzen.

Und der Freistaat auch, wie Ministerpräsident Markus Söder am Rande der Pressekonferenz auf Nachfrage unserer Redaktion versicherte. Iris-T würde die Sicherheit der Region weiter erhöhen, sagt Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU). Auch er wünscht sich das System für den Fliegerhorst. Zudem wäre damit verbunden, dass zusätzlich bis zu 800 Soldaten in Kaufbeuren stationiert werden, sagt Stephan Stracke. Für den Fliegerhorst gibt es weitere Möglichkeiten, sagte Söder am Dienstag. Zum Beispiel mit Blick Richtung Weltraum. Die Luftwaffe interessiere sich immer mehr für das All, investiere unter anderem in Satellitensysteme. Und am Kaufbeurer Bundeswehrstandort könnte ein Satelliten-Kontrollzentrum angesiedelt werden.

Auch die Schulung der Soldaten auf diesem Gebiet wäre dort dann möglich. Bayern sei schon heute innerhalb der EU führend in der Weltraumforschung und könne viel Know-how liefern, bot Söder dem Generalleutnant Holger Neumann während der Pressekonferenz an.