Einblicke in die politische Arbeit in Deutschland und Europa

Buchloe/Berlin – Der Allgäuer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) diskutierte mit Schülerinnen und Schülern aus dem Politikleistungskurs der zwölften Jahrgangsstufe am Gymnasium Buchloe. Anlass war der alljährlich stattfindende EU-Projekttag.

„Der EU-Projekttag bietet eine gute Gelegenheit, jungen Menschen zu vermitteln, wie politische Entscheidungen in Deutschland und Europa entstehen und welche Auswirkungen sie auf ihren Alltag haben“, erklärte Stracke. Auch in diesem Jahr hatte der Abgeordnete daher den Schulen in seinem Wahlkreis angeboten, im Rahmen eines Schulbesuches über europäische Themen und aktuelle politische Fragen zu diskutieren. Der Politik-Leistungskurs der zwölften Jahrgangsstufe unter der Leitung von Dr. Andreas Freidl hatte dieses Angebot gerne angenommen und hieß den Abgeordneten in Buchloe herzlich willkommen. 

Unter den Klängen der Europahymne, die Aurelia von Löwensprung eindrucksvoll auf der Harfe interpretierte, begann eine lebhafte Diskussion über wirtschafts- und außenpolitische Fragen, europäische Gesetzgebungsverfahren und die Rolle Deutschlands und Europas in der Welt. Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, Stracke intensiv zu befragen. Mit Katharina Schmid und Marian Mack übernahmen zwei engagierte und redegewandte junge Leute die Moderation der Gesprächsrunde.

Ausführlich diskutiert wurden unter anderem das geplante Aus für den Verbrennungsmotor und die Zukunft der Elektromobilität. Dabei ging es auch um die Bedingungen, unter denen die für Elektrofahrzeuge benötigten Akkus und Rohstoffe hergestellt werden. Stracke verwies in diesem Zusammenhang auf das Lieferkettengesetz und die damit verbundenen Qualitätsanforderungen an Unternehmen. Es sei richtig, bei der Transformation des Verkehrs auf mehr Klimaschutz und damit auf Elektromobilität zu setzen, betonte er. Zugleich müsse darauf geachtet werden, dass in der jetzigen Übergangsphase faire Lösungen gefunden werden und die europäische Automobilindustrie im internationalen Wettbewerb bestehen könne.

Weiteres Schwerpunktthema war die europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Auf die Frage nach einer gemeinsamen europäischen Armee stellte Stracke zunächst klar, dass es eine solche bislang nicht gibt. Die Union strebe jedoch eine Europäische Verteidigungsunion an, in der die Bundeswehr und die Streitkräfte der europäischen Partner schrittweise enger zusammenarbeiten. Dazu gehörten eine gemeinsame Planung militärischer Fähigkeiten, abgestimmte Beschaffungen und ein stärkeres Zusammenwirken der nationalen Armeen. Diese Verteidigungsunion müsse fest in die Strukturen der NATO eingebettet sein und den europäischen Pfeiler des Bündnisses stärken.

Zugleich machte Stracke deutlich, weshalb sich das amerikanische Armeemodell nicht ohne Weiteres auf Europa übertragen lasse. Die USA seien ein föderaler Bundesstaat mit einer Bundesregierung und gemeinsamen Streitkräften. Die Europäische Union bestehe dagegen aus souveränen Mitgliedstaaten mit jeweils eigenen Armeen. Der Weg zu gemeinsamen europäischen Streitkräften sei deshalb ein längerfristiger Prozess. 

Zum Abschluss wollten die Schülerinnen und Schüler von Stracke wissen, ob er sich eher als Bayer, als Deutscher oder als Europäer fühle. Seine Antwort fiel eindeutig und zugleich verbindend aus: Er sei eine Mischung aus allen dreien. Heimatverbundenheit, nationale Verantwortung und die europäische Idee seien für ihn keine Gegensätze, sondern gehörten zusammen. Dr. Andreas Freidl dankte Stracke für den offenen Austausch und die Zeit, die er sich für die Schülerinnen und Schüler genommen hatte. Der Abgeordnete zeigte sich seinerseits tief beeindruckt von der lebhaften Diskussion und der hervorragenden Vorbereitung des Kurses. „Es war mir eine große Freude, mich mit so interessierten jungen Leuten auszutauschen“, so Stracke.